
Nach dreißig Minuten war die Sensation für den 1. FC Nürnberg zum Greifen nah: Nach Treffern von Rafael Lubach und Sigurd Haugen führte die Elf von Miroslav Klose in der zweiten Runde des DFB-Pokals mit 2:0 bei Bayer Leverkusen. Doch dann drehte der Favorit auf: Edmond Tapsoba erzielte noch vor der Pause den Anschlusstreffer und traf nach dem Seitenwechsel zum Ausgleich. Nach weiteren Treffern von Patrik Schick, Jonas Hofmann und Lucas Vázquez stand ein deutliches 2:5 aus Sicht der Nürnberger auf der Anzeigetafel.
Miroslav Klose lobte seine Mannschaft nach dem Spiel am Sky-Mikrofon: Bayer Leverkusen sei „nicht so in (den) Rhythmus gekommen, weil wir viele Dinge gut gemacht haben im Ballbesitz. Den Mut, den ich mir gewünscht und erhofft habe, hat die Mannschaft gezeigt.“ Explizit hob Klose das Kombinations- und Umschaltspiel seiner Spieler hervor. Imponiert habe ihm „diese Gier, das Tor machen zu wollen.“ Das Fazit des Nürnberger Übungsleiters: „Es war alles da, aber letztendlich ist das Ergebnis leider zu hoch.“
Drei Gegentreffer nach Eckbällen
Ein Umstand, der allen voran einer bereits bekannten Schwäche geschuldet war: Vier der fünf Gegentore fielen nach Standards, drei davon nach Eckbällen - die Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 und 2:2 durch Edmond Tapsoba, sowie der 5:2-Endstand durch Lucas Vázquez, der einen Klärungsversuch von Eric Porstner per Volley veredelte. Dazu verwandelte Patrik Schick einen Foulelfmeter, nachdem ihn Alexios Kalogeropoulos im Strafraum von den Beinen geholt hatte. Sky-Experte Fabian Klos legte nach der Partie den Finger in die Wunde: „Wenn du von fünf Toren vier nach Standards schießt, (...) dann wird’s schwierig als Zweitligist bei Bayer Leverkusen zu bestehen“, resümierte der ehemalige Zweitliga-Torjäger.
Dem Bundesligisten gelang es, eines der größten Probleme der Nürnberger Defensive schonungslos offen zu legen: Im bisherigen Saisonverlauf der 2. Bundesliga musste der FCN bereits fünf Gegentreffer nach ruhenden Bällen hinnehmen, nur der 1. FC Heidenheim kassierte noch mehr Gegentore nach Standardsituationen. Zum Vergleich: In der kompletten Vorsaison fing sich der 1. FC Nürnberg nur acht Gegentore nach Standards.
Auch Miroslav Klose kam auf der Pressekonferenz nach der Partie auf die Standard-Gegentore zu sprechen: „Natürlich ärgert es uns. Wir sind am Aufarbeiten und dabei, Lösungen zu finden.“ Seine Mannschaft habe in der Formation lange gut verteidigt, „aber es ist im Fußball so: Wenn sie dich einmal erwischen und du gewisse Räume freigibst, sehen das die Gegner.“ Im Training werde bereits daran gearbeitet - „und dann schauen wir, dass es besser wird.“
