
Die Maschinenbau Leicht GmbH mit Sitz in Hallstadt im Landkreis Bamberg hat Insolvenz angemeldet. Das Bamberger Amtsgericht ordnete am Dienstag eine vorläufige Insolvenzverwaltung für den Systemlieferanten an. Dieser will den Betrieb aufrechterhalten und begreift das Verfahren als Chance, sich zukunftssicher auszurichten.
Die Insolvenzverwaltung übernimmt Fachanwalt Stefan Debus aus der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen. „Ausschlaggebend für die wirtschaftliche Schieflage ist eine akute Liquiditätslücke, kein strukturelles Problem“, erklärte Debus. „Die Auftragsbücher sind voll, und Maschinenbau Leicht befindet sich mitten in einem Transformationsprozess hin zu einem diversifizierten Unternehmen, unter anderem mit Kunden aus den Wachstumsbereichen Rüstungs- und Medizintechnik sowie Energie.“
Löhne und Gehälter bis Jahresende gesichert
Schon Ende 2024 habe sich das Unternehmen neu ausgerichtet, wie Geschäftsführer Jochen Michael Schmidt gegenüber BR24 betonte. Erste positive Effekte hätten nicht lange auf sich warten lassen. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete die oberfränkische Firma ein Auftragsplus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das Insolvenzverfahren bietet die Chance, unser über Jahrzehnte gewachsenes Spezialwissen, unsere langjährig gewachsenen Kundenbeziehungen und die strategische Neuausrichtung auf eine tragfähige Basis zu stellen“, so Schmidt.
Die Löhne und Gehälter der knapp 330 Beschäftigten, darunter 38 Auszubildende, seien über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit zudem bis Ende 2026 gesichert. Noch im Sommer dieses Jahres wurden aus der Belegschaft Probleme gemeldet, nachdem Mitarbeitende auf ihren Lohn warten mussten.