Am Montagmorgen, dem 26. Oktober, kam es auf der A3 in Richtung Würzburg zwischen den Anschlussstellen Erlangen-West und Pommersfelden zu mehreren Unfällen. Eine 54-jährige Autofahrerin aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt war mit ihrem Seat als Falschfahrerin auf der Autobahn unterwegs und sorgte für einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Der Geisterfahrt ging ein Erstunfall mit einem Pannenfahrzeug voraus, bei dem sieben Menschen leicht verletzt wurden.
Wie die Verkehrspolizei Erlangen mitteilte, war auf Höhe Pommersfelden gegen 4.50 Uhr ein Lkw in ein abgesichertes Gespann gefahren. Eine Streifenbesatzung war gegen 5.20 Uhr mit Blaulicht und Martinshorn auf dem linken Fahrstreifen zur Unterstützung unterwegs. Auf Höhe der Anschlussstelle Höchstadt-Ost kam den Beamten plötzlich der Seat entgegen - der 30-jährige Polizist am Steuer konnte im letzten Moment ausweichen.
Die 54-Jährige setzte ihre Falschfahrt unbeirrt fort. Nach fünf Kilometern kollidierte sie mit zwei Pkw und prallte in einen Sattelzug, der erst auf der Betongleitwand zwischen den Richtungsfahrbahnen zum Stehen kam. Ein weiteres Fahrzeug wurde durch herumfliegende Trümmerteile beschädigt. Wie die Frau später angab, wendete sie auf der Autobahn, weil sie am Stauende des ersten Unfalls nicht warten wollte.
Tanklastzug blieb dicht, aber Treibstoff lief aus
Die A3 musste in Fahrtrichtung Würzburg komplett gesperrt werden. Neben der Versorgung der Verletzten stand die Sicherung des Tanklastzugs im Vordergrund. Der Tankauflieger war zwar ungeladen, aber nicht gereinigt, weshalb Restmengen an Benzin enthalten waren. Der Gefahrgut-Tank blieb glücklicherweise unbeschädigt. Allerdings riss der Fahrzeugtank der Zugmaschine auf, woraufhin größere Mengen Treibstoff über die Fahrbahn und in die Kanalisation liefen.
Insgesamt wurden bei beiden Unfällen am Morgen elf Personen verletzt: Während die Pkw-Fahrer beim zweiten Unfall leicht verletzt wurden, erlitt der Fahrer des Sattelzuges schwere Verletzungen. Die 54-jährige Unfallverursacherin zog sich mittelschwere Verletzungen zu.
Führerschein sichergestellt - Polizei geht gegen Schaulustige vor
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde ein Gutachter hinzugezogen und der Führerschein der 54-Jährigen noch vor Ort sichergestellt. Der Sachschaden bewegt sich im hohen sechsstelligen Bereich.
Die A3 bleibt in Richtung Würzburg wegen der Aufräumarbeiten gesperrt, der Verkehr wird an der Anschlussstelle Erlangen-West ausgeleitet. Ein besonderes Augenmerk richtete die Polizei zudem auf Gaffer: Innerhalb von nur 30 Minuten wurden zehn Autofahrer angehalten und beanstandet, weil sie die Unfallstelle beim Vorbeifahren mit ihren Smartphones filmten.
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