Berchtesgaden - Am Freitagabend ist die Berggaststätte „Kehlsteinhaus“ in Brand geraten. Die Kripo hatte eine verdächtige Person festgenommen. Jetzt attestiert ein Kurzgutachten dem Mann psychische Probleme.

Der als mutmaßlicher Verursacher des Großbrandes am historisch bedeutsamen Kehlsteinhaus am Obersalzberg festgenommene Mann ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Traunstein psychisch krank. Das habe ein psychiatrisches Kurzgutachten ergeben, das ein Sachverständiger über den 33 Jahre alten Deutschen erstellt habe, sagte Staatsanwalt Rainer Vietze auf einer Pressekonferenz in Berchtesgaden.

Der Mann sei am Samstag einem Untersuchungsrichter in Rosenheim vorgeführt worden. Ziel sei, eine Unterbringung in einer forensischen Einrichtung für psychisch kranke Straftäter zu erwirken. Man müsse von zumindest verminderter Schuldfähigkeit ausgehen, sagte Vietze. Auch ein mögliches politisches Motiv werde geprüft - da seien die Ermittler aber erst ganz am Anfang.

Fluchtversuch auf Motorrad: Das sagt Innenminister Joachim Herrmann

Zuvor hatte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Polizei für ihr Eingreifen am Obersalzberg gedankt. Der mutmaßliche Brandstifter war den Einsatzkräften auf einem Motorrad auf der engen und steilen Kehlsteinstraße entgegengekommen.

Es sei nicht leicht gewesen, ihn zu stellen. Nach dpa-Informationen hat der Mann auch einen Fluchtversuch auf seinem Motorrad unternommen.

Feuer am Kehlsteinhaus verursacht Millionenschaden

Der mutmaßlich absichtlich gelegte Brand am Kehlsteinhaus hat einen riesigen Sachschaden angerichtet. „Der Schaden geht sicher in die Millionen“, sagte der Vorsitzende des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden, Bartl Wimmer. Nach Angaben von Innenminister Herrmann müssten nun Brandsachverständige den genauen Schaden feststellen.

Er hatte bereits zuvor betont, das Haus sei gut versichert, mögliche Ansprüche gegenüber der Versicherung würden bereits geprüft. Der Wiederaufbau werde einige Zeit dauern, er sagte jedoch zu, nach einer vernünftigen Lösung zu suchen. Der Freistaat Bayern ist Eigentümer des Gebäudes. Wegen des historisch schwierigen Bezuges sollen auch Historiker in den Prozess einbezogen werden. Das Kehlsteinhaus gilt als „Hitlers Teehaus“.


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