
Der Generali-Konzern richtet seine Standorte in Deutschland neu aus – und Nürnberg ist davon unmittelbar betroffen. Der Versicherer will seine Niederlassung in der Frankenmetropole ebenso wie die Standorte in Aachen und Stuttgart aufgeben. Gleichzeitig sollen bis Ende 2030 bundesweit 800 Arbeitsplätze wegfallen. Das teilte das Unternehmen am Freitag in einer Pressemitteilung mit.
Generali begründet die geplanten Einschnitte mit einer umfassenden Modernisierung. Der Konzern will stärker auf Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und effizientere Abläufe setzen. Für die Beschäftigten stellt sich damit die Frage, wie sich der Umbau auf ihre berufliche Zukunft auswirkt.
Generali schließt Standort Nürnberg: Beschäftigte sollen nach München wechseln
Mit der neuen Standortstrategie will Generali seine Teams an größeren Regionalzentren bündeln. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Nürnberg sollen künftig in München zusammengeführt werden. Für die Beschäftigten in Aachen ist Köln vorgesehen, für jene in Stuttgart Karlsruhe.
Zusätzlich plant der Versicherer Regionalzentren in Hamburg und Saarbrücken. Die Standorte Frankfurt, Leipzig und Berlin sollen bestehen bleiben. Insgesamt beschäftigt Generali Deutschland nach Angaben des Bayerischen Rundfunks (BR) rund 9100 Menschen.
Die Zusammenlegung der Standorte ist Teil einer längerfristigen Neuausrichtung. Die Veränderungen sollen schrittweise bis Ende 2030 umgesetzt werden. Über die konkreten Maßnahmen verhandelt das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits mit dem Konzernbetriebsrat.
800 Arbeitsplätze weniger: Generali setzt auf KI und Digitalisierung
Der Konzern plant, einen dreistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung seiner IT, die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zu investieren. Die erhofften Produktivitätssteigerungen sollen dazu beitragen, den Personalbestand in den kommenden Jahren zu reduzieren.
Bis Ende 2030 sollen Tätigkeiten im Umfang von 800 Arbeitsplätzen wegfallen. Zugleich will Generali seine Strukturen vereinfachen und sich stärker auf versicherungsnahe Aufgaben konzentrieren. Bestimmte Tätigkeiten sollen künftig von externen Partnern übernommen werden.
Generali-Deutschland-Chef Stefan Lehmann verweist auf den tiefgreifenden Wandel in der Versicherungsbranche. Mit dem Umbau wolle das Unternehmen seine Wettbewerbsfähigkeit stärken und auch künftig profitabel wachsen.
Keine Kündigungen geplant: Das verspricht Generali den Beschäftigten
Trotz des angekündigten Stellenabbaus stellt Generali eine sozialverträgliche Umsetzung in Aussicht. Bis Ende 2030 soll eine Standort- und Arbeitsplatzgarantie gelten, sagt Arne Benzin, Personalvorstand der Generali Deutschland AG.
Dabei setzt der Versicherer auf mehrere Maßnahmen: Altersteilzeit und weitere freiwillige Altersregelungen, ohnehin anstehende Renteneintritte sowie natürliche Fluktuation. Frei werdende Stellen sollen also teilweise nicht neu besetzt werden.
Personalvorstand Arne Benzin betonte, die frühzeitige Ankündigung und die Garantie sollten den Beschäftigten Planungssicherheit geben. Die konkreten Lösungen sollen mit der Arbeitnehmervertretung ausgehandelt werden.
Was bedeutet das Generali-Aus für Nürnberg?
Für Nürnberg steht damit ein grundlegender Einschnitt bevor: Der Generali-Standort soll vollständig aufgegeben und die betroffenen Teams nach München verlagert werden. Wie viele Beschäftigte in Nürnberg konkret betroffen sind und welche individuellen Lösungen für sie infrage kommen, geht aus den bislang veröffentlichten Angaben nicht hervor.


