
„Natürlich können wir ihn nicht 1:1 ersetzen“, machte Klose erst gar keinen Hehl aus dem schweren Verlust, den seine Mannschaft im Kollektiv auffangen muss. „Aber das Schöne am Fußball ist, dass wir Spieler mit anderen Qualitäten haben, die dem Gegner ebenfalls wehtun können.“ In diesem Zusammenhang verwies der Übungsleiter auf das Offensivtrio aus Rayan Ghrieb, Rafael Lubach und William Bøving. Immerhin zwei der drei dürften am Samstagabend gegen den 1. FC Kaiserslautern beginnen. „Für diese Spieler wird es mehr Minuten geben und ich habe das Gefühl, dass diese Jungs jetzt auf ihren Einsatz brennen“, versicherte Klose. Die undankbare Aufgabe, Sieben-Tore-Mann Zoma zu ersetzen, könnte erneut Mainz-Leihgabe Bøving zuteilwerden, der sich daran schon in Cottbus versuchte.
Klose: „Wir können nachlegen“
All das ist freilich kein Grund, den fränkischen Kopf in den Sand zu stecken. Auch wenn es zuletzt lediglich zwei Unentschieden gab, liegt der zweitplatzierte FCN noch immer voll auf Kurs. Der Stimmung in der Kabine habe der Zoma-Ausfall ohnehin keinen Abbruch getan. „Es hat sich nichts verändert: Jeder ist für den anderen da und wir unterstützen uns“, berichtete Klose. „Ausfälle sind im Fußball normal, deswegen ist die Situation jetzt nicht besonderer. Wir pflegen diesen Umgang seit Tag eins.“ Demzufolge hätten „fast alle“ Akteure gut trainiert, was dem Weltmeister von 2014 verschiedene Optionen eröffnet: „Wir werden ihn nicht ersetzen können und wissen, dass er eine Zeit lang ausfällt. Aber wir können nachlegen.“
Trotz des Zoma-Schocks könnten die Vorzeichen aus Nürnberger Sicht schlechter sein. Bekanntlich ist der Club noch immer unbesiegt. Zudem hat man keines der vergangenen fünf Traditionsduelle gegen die Roten Teufel verloren. „Es gilt, zu Hause weiterhin mit breiter Brust aufzutreten“, gab Klose die Marschroute vor. Jeder wolle seine Mannschaft im heimischen Max-Morlock-Stadion besiegen, ist sich der 48-Jährige sicher, „aber das dürfen wir nicht zulassen“. Zudem zeigte sich der Cheftrainer hocherfreut über den Umstand, dass das Topspiel vor ausverkaufter Kulisse stattfindet. Auf seine Elf komme am Samstagabend jedoch einiges zu, warnte Klose vor dem Tabellenvierten aus der Pfalz. „Es liegen drei Punkte zwischen uns. Dementsprechend haben auch sie richtig Qualität. Sie spielen zwar einen anderen Fußball, aber sind ebenfalls sehr erfolgreich.“
Normalität statt Romantik
Klose und der FCK? Da war doch was. Als junger Stürmer auf dem Betzenberg betrat der heutige Club-Coach die Bühne Bundesliga. Bis heute genießt der tief in der Pfalz verwurzelte Ex-Nationalspieler ungebrochene Popularität in der Region. Inzwischen aber sei das Duell mit der alten Liebe, gegen die Klose noch ungeschlagen ist, ein Stück Zweitliga-Normalität.
Diese dürfte indes auch im Nürnberger Maschinenraum herrschen. Taktgeber Adam Markhiev, der unter der Woche vorübergehend kürzergetreten war, steht für die Flutlichtpartie zur Verfügung. Im Allgemeinen deutet nichts darauf hin, dass Klose vom bewährten Personal abrückt. Seinen treffsichersten Torschützen zu ersetzen, wird schließlich Aufgabe genug.