Nürnberg - Bald ist es wieder so weit: Die Rabatt-Tage Black Friday und Cyber Monday stehen wieder bevor. Dabei können Anbieter aber tückische Angebote in den Raum werfen. Worauf du dabei achten solltest, erfährst du hier.

Es dauert noch etwas mehr als einen Monat, dann steht der jährlich beliebte Black Friday (27. November) an, bei dem Verbraucherinnen und Verbraucher in der Regel günstige Angebote erhalten und teurere Produkte zu einem erschwinglichen Preis ergattern können - so die Hoffnung. Rund zwei Wochen vorher findet zudem der sogenannte „Singles Day“ statt. Am 11. November können hier ebenfalls bei zahlreichen Anbietern Angebote geshoppt werden. Und auch nach dem Black Friday gibt es noch einmal die Möglichkeit zuzugreifen: Am Cyber Monday, 30. November, gibt es ebenfalls zahlreiche Angebote.

Das Problem an der ganzen Sache: Kundinnen und Kunden fallen durch die hoch angezeigten Rabatte oftmals herein und müssen anschließend feststellen, dass sie echte Fehlkäufe getätigt haben. Die Verbraucherzentrale NRW hat daher bereits vorab mehrere Tipps gegeben, die wir hier erläutern. Damit kannst du beim Einkaufen Fehlkäufe vermeiden und Preise besser einschätzen.

Hoher Rabatt ist nicht gleich günstiger Preis

Iwona Husemann, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale NRW, erklärt in einer Mitteilung, dass ein sich Kundinnen und Kunden nicht von einem hohen Rabatt blenden lassen sollten. Denn gerade mit hohen Prozentzahlen, die den Preis erst einmal niedrig wirken lassen, spielen die Anbieter. Daher sollte bereits vorab der Preis eines möglichen Artikels, der gekauft werden soll, im Auge behalten werden. „Viele der Sparpreise beruhen auf einem Vergleich mit der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. Die UVP ist nicht mit dem üblichen Handelspreis gleichzusetzen“, heißt es in der Mitteilung. Daher ist nicht der Prozentsatz, der für das Angebot angezeigt wird ausschlaggebend - entscheidend ist, von welchem Preis der Rabatt berechnet wird. Laut Husemann gewähren manche Anbieter auch einen Einblick in den Preisverlauf der letzten 30 Tage. Daran könne erkennbar werden, ob das Angebot tatsächlich günstiger ist oder nicht.

Ein weiterer Tipp: Vergleiche die Preise und lass dich von Angeboten nicht unter Druck setzen

Wer kennt es nicht: Bei vermeintlich besonders guten Angeboten setzt der Markt oftmals darauf, etwas Druck auszuüben. Das Prinzip funktioniert über verschiedene Wege. So wird etwa mit einem ablaufenden Countdown suggeriert, dass ein Angebot nur noch kurz gilt, oder es gibt Hinweise auf angeblich immer knapper werdende Lagerbestände. Lass dich davon nicht unter Druck setzen. Nimm dir stattdessen die Zeit, die Preise zu vergleichen - sowohl bei anderen Anbietern als auch mit Blick auf die Preise in den Tagen vor den vermeintlichen Rabattaktionen.

Außerdem solltest du immer auch im Hinterkopf haben, dass es Fakeshops gibt. Daher gilt: Nicht direkt zuschlagen, sondern neben den Preisen auch die Glaubwürdigkeit des Anbieters überprüfen. Denn: Betrügerinnen und Betrüger schaffen es, dass ihre Fakeshops echten Websites sehr ähnlich sehen und können damit täuschen. Von der Verbraucherzentrale NRW gibt es einen Fakeshop-Finder, den Menschen nutzen können, wenn sie sich bei einem Anbieter unsicher sind. Darüber können Kundinnen und Kunden die Internetadresse eingeben - der Fakeshop-Finder prüft dann verschiedene Merkmale und schätzt die Seriosität ein. Wobei du selbst schon skeptisch werden solltest: Wenn keine sicheren Zahlungsarten wie Rechnung oder Lastschrift angeboten werden und ausschließlich eine Vorkasse möglich ist.

Anonym shoppen im Netz - warum das bei Angeboten wichtig ist

Das klingt zunächst etwas seltsam, laut Husemann ist es aber auch wichtig, möglichst anonym im Netz zu shoppen und Spuren zu verwischen. Denn: Anbieter können ihre Preise und vermeintliche Angebote regelmäßig verändern und diese beispielsweise abhängig von der Tageszeit, dem Surfverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern, dem Wohnort oder gar dem genutzten Endgerät beeinflussen. Daher solltest du im Netz möglichst anonym bleiben, was du vor allem durch das Aussperren von Drittanbieter-Cookies erreichst, Cookies regelmäßig löschst und eine VPN-Verbindung (Virtual Private Network) nutzt, wird als Tipp mitgegeben.

Sollten all diese Tipps dennoch nichts helfen und du stellst nach dem Kauf fest, dass du einen Fehlkauf getätigt hast, dann solltest du von deinem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Vor allem, wenn eine Stornierung vorerst nicht mehr möglich ist. In der Regel hast du noch einem Onlinekauf bis auf wenige Ausnahmen das Recht, den Kauf ohne Angabe von Gründen innerhalb von zwei Wochen, also 14 Tagen, nach Erhalt deiner Ware wieder zurückzugeben. Was du dabei beachten musst: Es könnten Rücksendekosten anfallen. Bei Unsicherheiten solltest du die jeweiligen Vorgaben einer Rücksendung beim jeweiligen Händler also prüfen.

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