Nürnberg - Erst letzte Woche meldeten mehrere Piloten unabhängig voneinander mutmaßliche Drohnensichtungen am Flughafen Nürnberg. Einem Leser unseres Portals bereitet das nun Sorgen. Wir haben bei den Verantwortlichen nachgehakt.

Die letzte Woche hielt die Mitarbeitenden des Albrecht-Dürer-Flughafens mächtig auf Trab. Neben dem Großeinsatz, bei dem unter anderem ein Passagierflieger von Eurofightern begleitet wurde, gab es bereits in den frühen Morgenstunden Drohnensichtungen. Mehrere Piloten meldeten unabhängig voneinander Flugobjekte, bei denen es sich womöglich um Drohnen gehandelt haben könnte. Das führte zu kurzzeitigen Einschränkungen im Luftverkehr.

Diese bislang unidentifizierten Flugobjekte bereiten manchen Fluggästen nun Sorge. Besonders die Rathsbergstraße, die unmittelbar am Flughafen angrenzt, ist hier Thema. Wie uns ein besorgter nordbayern-Leser mitteilt, stehen dort an Wochenenden bis zu 25 Fahrzeuge am Flughafenzaun. Es stellt sich für den Leser die Frage, wie oft diese Wagen kontrolliert werden und ob sie nicht eine Gefahrenquelle darstellen, weil von dort aus Drohnen gestartet und gesteuert werden könnten. Wir haben bei der Pressestelle der Polizei Mittelfranken nachgehakt.

Polizei: Kein Hinweis auf Gefährdung am Airport

Laut Angaben der Beamten herrscht in der Rathsbergstraße ein Halteverbot. Treffen Streifenwagen dort widerrechtlich geparkte Fahrzeuge an, sind die Autofahrer meist vor Ort und werden daraufhin von den Polizisten angesprochen. Laut Angaben der Polizei Mittelfranken liefern abgestellte Fahrzeuge in diesem Berreich keinen Hinweis auf eine Gefährdung des Flugverkehrs. Inwieweit im Einzelfall eine sicherheitsrelevante Situation vorliegt, wird durch die Grenzpolizeiinspektion Nürnberg-Flughafen bewertet. Neben den diesen Maßnahmen wird der Bereich ebenso videoüberwacht.

43 Drohnensichtungen in Airport-Nähe im Jahr 2026

Michael Konrad, Pressesprecher der Polizei Mittelfranken, sagt dazu: „Der Schutz des Flughafens beruht auf mehreren ineinandergreifenden Maßnahmen. Dazu gehören beispielsweise die Zugangssicherung, die Umfeldüberwachung oder auch die Drohnenabwehr.“

Seit Beginn des Jahres wurden am Nürnberger Airport nach Angaben der Polizei bereits 43 Drohnensichtungen dokumentiert. Jedoch konnte bei den Sichtungen noch nie ein militärischer oder politischer Hintergrund festgestellt werden. Beeinträchtigungen im Flugverkehr sind hier aber der absolute Einzelfall, sagt Konrad.

Bei Drohnensichtungen direkt an die 110 wenden

Wer dennoch eine Drohne in der Nähe des Flughafens bemerkt oder vermutet soll sich bitte direkt an die 110 wenden. Besonders wichtig sind hierbei genaue Angaben zu Standort, Uhrzeit, Flugrichtung sowie eine Beschreibung des beobachteten Objekts.

Wer trotzdem seine Drohne fliegen lassen möchte, muss sich an die geltenden luftrechtlichen Vorschriften halten. Die Regelungen für Drohnenflüge rund um Flughafennähe sind im Internet auf der Seite des Airports Nürnberg zu finden.