
Nach einem traumhaften goldenen Herbst sinken die Temperaturen in Bayern, aber auch Franken und der Region in den letzten Tagen vor allem nachts immer mehr ab. Teilweise warnten Wettermodelle schon vor Frost in den Abend- und Nachtstunden.
Hatte man bislang noch darauf verzichtet, könnte der ein oder andere nun aber auch wieder die Heizung zu Hilfe ziehen. Bevor man die Anlage nach vielen Monaten ohne Nutzung wieder in Betrieb nimmt, empfiehlt es sich jedoch, die Heizung zunächst einmal zu entlüften. Wie myHomebook jedoch aufklärt, lauert hier der ein oder andere Fehler, der für eine unschöne Überraschung sorgen könnte. Um nicht kalt und enttäuscht in den eigenen Vier Wänden sitzen zu müssen, gibt das Springer-Portal hier noch acht einfache Tipps mit an die Hand, die helfen können.
Heizung nicht entlüften
Sehr simpel, aber nicht weniger wahr und wichtig: Die Anlage gar nicht zu entlüften, sei schon der erste Fehler. Bleibt Luft in den Leitungen zurück, wird diese statt Wasser erhitzt. Dadurch kann der Heizkörper gar nicht komplett warm werden.
Umwälzpumpe nicht aus
Wichtig zu wissen: Vor dem Entlüften sollte die Umwälzpumpe unbedingt ausgeschaltet werden. Nur so könne die gesamte Luft wirklich entweichen. Meist haben Mieter jedoch keinen Zugriff auf diese Pumpe. In diesem Fall könne man jedoch auf diesen Schritt auch verzichten, denn: Wie Dr. Matthias Wagnitz (Zentralverband Sanitär Heizung Klima) gegenüber dem Portal erklärt: „Das Abschalten der Umwälzpumpe ist nicht unbedingt notwendig. Wenn die Pumpe noch läuft, werden Luftblasen mit dem Wasserstrom mitgerissen und können nicht abgelüftet werden. Bei abgeschalteter Pumpe ist es einfacher, die Luftblasen ‚vollständig‘ zu entfernen“.
Heizkörper nur halb aufdrehen
Für das Entlüften der Heizung sollte man das Thermostat immer voll aufdrehen. Nur so können mitgerissene Luftblasen aus den Leitungen in den Heizkörper steigen.
Direkt die Entlüftung einleiten
Hat man wie im vorherigen Schritt erklärt die Möglichkeit, die Umwälzpumpe abzustellen, sollte man ein wenig Zeit verstreichen lassen, bis man das Entlüften startet. Experten sprechen hier von mindestens einer halben Stunde. In diesem Zeitraum kann das Heizungswasser abkühlen. Zudem könne sich die Luft aus den Heizkörpern absetzen, erst danach sollte entlüftet werden.
Druck nach Entlüftung nicht überprüft
Wichtiger Fehler, der hier ebenfalls lauern kann: Den Druck im Heizungssystem nach dem Entlüften nicht zu überprüfen. Bei einer Entlüftung wird in den Rohren Luftvolumen entnommen. Heizungswasser strömt hier nach und ersetzt damit das Volumen. Dadurch kann der Anlagendruck absinken, was dann wieder dazu führt, dass in gewissen Momenten Luft in das Heizungssystem gelangen kann, erklärt ZVSHK-Experte Wagnitz. In diesem Szenario würde die Anlage nun wieder gluckern. Weil Mieter auch hier oft keinen Zugriff auf die Zentralheizung haben, empfiehlt er deshalb, dem Vermieter oder Hauswart vorab Bescheid zu geben.
Reihenfolge falsch
Beim Entlüften und Aufdrehen der Heizungen sollte immer eine bestimmte Reihenfolge beachtet werden. „Wenn alle Heizkörper aufgedreht sind und die Pumpe abgeschaltet ist, können Luftblasen im Heizungssystem leichter nach oben steigen, wo man sie ablüften kann“, erklärt Wagnitz zudem weiter gegenüber Springer.
Deshalb sollte man die Pumpe oder Heizung abschalten, Ventile öffnen und dann von unten nach oben die Heizkörper entlüften. Dadurch haben Luftblasen mehr Zeit, nach oben zu steigen. Umgeht man diese Reihenfolge, ist dies jedoch kein Drama. Manchmal könne man dann nicht die ganze Luft aus dem System entfernen. Auch hier gilt einmal mehr: Mieter können schlecht durch das ganze Haus gehen. Hier könne man natürlich nur die eigenen Heizkörper entlüften.
Ventil nicht richtig eingestellt
In Sachen Ventil gilt es ebenfalls, gewisse Punkte zu beachten. Richtig drehen ist hier das Stich- oder Spritzwort. Durch die Ventilrichtung könne man sicherstellen, dass der Wasserstrahl nicht unkontrolliert gegen Wände spritze. Das Ventil sollte auch nicht zu weit geöffnet werden, damit Wasser nicht unkontrolliert austreten kann. Beim Zudrehen sollte dann Kraft nur sehr dosiert eingesetzt werden, sonst könne man es nach Monaten unter Umständen nur noch schwer wieder öffnen.
Anlage selbst nachfüllen
Laut dem Experten passiere es auch immer wieder, dass Heizungsanlagen eigenmächtig nachgefüllt werden würden. Hier sollte man aber unbedingt vorab noch einmal Rücksprache mit einem Fachbetrieb halten. „Eventuell muss entsalztes oder enthärtetes Wasser verwendet werden. Der ganze Nachfüllvorgang sollte einmal gezeigt werden, damit man weiß, was man machen muss. In extremen Fällen kann falsches Nachfüllen zu Gewährleistungsverlusten oder Schäden am Wärmetauscher führen“, macht Fachmann Wagnitz noch einmal deutlich.
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