Berngau - Bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle eröffnet ein 60-Jähriger das Feuer auf zwei Mitarbeiter des Landratsamts - beide sterben. Am Tag danach nennt Bayerns Innenminister neue Details.

Der Schütze von Berngau ist laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Jäger und Sportschütze. Polizeilich sei der 60-Jährige zuvor nach aktuellem Stand der Ermittlungen nicht bekannt gewesen, sagte der CSU-Politiker am Rande eines Termins in Oberschleißheim. Es gebe auch keine Hinweise auf eine wie auch immer geartete extremistische Gesinnung.

Das Motiv des 60 Jahre alten Deutschen sei vorerst weiter unklar, sagte Herrmann. Weder Staatsschutz noch Verfassungsschutz hätten bisher irgendwelche Erkenntnisse über ihn. Es werde aber in alle Richtungen ermittelt und unter anderem überprüft, ob es eine Vorgeschichte des Mannes in Kontakt mit dem Landratsamt Neumarkt in der Oberpfalz gegeben habe, sagte Herrmann. Der Mann besaß laut Waffenregister als Sportschütze und Jäger zehn Waffen legal. Seine Kontrolle erfolgte nach Landratsamtes routinemäßig und ohne Vorankündigung.

Der Mann war festgenommen worden, nachdem er sich stundenlang in einem Haus in Berngau verschanzt hatte. Dabei wurde er schwerer verletzt als zunächst bekannt. Spezialkräfte hätten bei der Festnahme auf ihn geschossen - durch die Schüsse sei dieser schwer verletzt worden, wie die Polizei mitteilte. Zunächst hatten die Beamten von leichten Verletzungen am Bein gesprochen.

Der 60 Jahre alte Deutsche sei unter polizeilicher Bewachung in ein Krankenhaus gebracht worden. Wann er vernommen werden könne, müsse man noch abwarten, sagte ein Polizeisprecher vor Ort. Der Schütze soll nach seiner medizinischen Behandlung einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der dann über die Frage einer Untersuchungshaft oder einer Unterbringung in einer Fachklinik entscheiden würde.

Jährlich etwa 10.000 Waffenkontrollen in Bayern

Jährlich fänden etwa 10.000 solcher Waffenkontrollen in Bayern statt, betonte Herrmann. In den vergangenen Jahren habe es keine derartigen Vorfälle bei solchen Anlässen gegeben. Anders habe sich die Lage bei den tödlichen Schüssen eines Reichsbürgers auf einen Polizisten in Ansbach dargestellt, betonte Herrmann. Damals sei es um die gezielte Entwaffnung des Mannes gegangen, weshalb auch die Polizei die kommunalen Mitarbeiter begleitet habe. Man werde aber mit den Kreisverwaltungsbehörden die Abläufe bei solchen Kontrollen durchsprechen, sagte Herrmann.


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