
Erst sorgt der Matcha für leuchtendes Grün, nun dieser Tee für herbstliches Röstbraun: Vielleicht ist der ein oder andere Foodie unter euch bereits über das Trend-Getränk Hōjicha gestolpert. Der japanische Rösttee schmeckt mild, leicht karamellig und erinnert mit seinen Röstaromen auch an Kaffee. Schon neugierig geworden? In Nürnberg hatte das Espresso Lab den Tee bereits früh aufgegriffen. Schon im Herbst 2025 war er dort auf der Karte zu finden. Das EspressoLab Nürnberg will damit eines der ersten Cafés in Deutschland gewesen sein, die Hōjicha angeboten haben. Doch der Matcha-Hype war damals noch im Aufwind. Das EspressoLab bietet den Hōjicha teils noch an, offiziell ist er aber von der Karte verschwunden. Im Café Essentials in der Nonnengasse ist der Tee allerdings fester Bestandteil des Angebots. Außerdem wirst du in den Teehäusern der Stadt fündig, wenn du das Getränk einmal probieren möchtest.
Dass Hōjicha noch immer als möglicher Nachfolger von Matcha gehandelt wird, zeigt ein Blick in die Trendberichte: Das Lifestyle-Magazin von American Express zählt ihn zu den fünf Foodtrends des Jahres. Jetzt, zur kalten Jahreszeit, könnte der röstige Teegenuss außerdem gut passen.
Was Hojicha von Matcha unterscheidet
Obwohl seine bräunliche Farbe anderes vermuten lässt, ist Hōjicha ein Grüntee. Der Unterschied liegt in der Verarbeitung: Für Matcha werden beschattete Teeblätter zu feinem Pulver gemahlen. Hōjicha besteht meist aus älteren Blättern und Stängeln, die nach dem Dämpfen bei hohen Temperaturen geröstet werden. Das sorgt für die braune Farbe und ein Aroma, das an geröstetes Getreide, Karamell oder einen Hauch Rauch erinnern kann. Wer mit dem etwas grasigen Geschmack von Matcha wenig anfangen kann, findet hier eine andere Richtung. Neben AMEXcited haben unter anderem auch Chip.de oder die Frankfurter Allgemeine über den trendigen Tee berichtet.
Hōjicha lässt sich klassisch aufgießen, wird aber auch als Pulver angeboten. Damit eignet er sich für einen Latte mit Milch oder Pflanzendrink. Der Tee lässt sich warm ebenso wie auf Eis genießen. Auch in Desserts und Backwaren kommt das Pulver zum Einsatz.
Hōjicha bleibt Genuss, ist aber kein gesundheitliches Wundermittel
Ein weiterer Unterschied: Hōjicha enthält weniger Koffein als Matcha. Koffeinfrei ist er deshalb nicht. Teilweise berichten Medien auch über „gesundheitliche Benefits“ - hier sollte man aber etwas vorsichtig sein. Der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop warnt in seinem Chip-Beitrag vor unbelegten Aussagen zu „Entgiftung“ oder besonderen Stoffwechselwirkungen. Sein Fazit: „Hojicha bleibt damit ein aromatischer Tee - kein Therapeutikum“, zitiert ihn die Plattform.
Gesundheitlich wirksam oder einfach nur lecker: Der Matcha-Alternative bleibt auch ohne Hype ein bodenständiges Argument: Hōjicha hat einen anderen, eigenen Geschmack, den auch Kaffee-Liebhaber gerne einmal testen werden.