
In einem beschaulichen Ort im Fränkischen Seenland, rund sieben Kilometer Luftlinie abseits des Großen Brombachsees, hortet Wolfgang Plan in seinem Haus in Georgensgmünd gut 30 Schusswaffen. Er gibt im Landratsamt seinen Personalausweis zurück, ruft seinen eigenen Staat aus, markiert sein Territorium mit einer gelben Linie um sein Haus. Er wird dem Milieu der Reichsbürger zugeordnet.
Im Jahr 2016 entscheidet das Landratsamt Roth dann, dass Plan seine Gewehre und Pistolen abgeben muss. Er sei nicht mehr zuverlässig genug, um sie besitzen zu dürfen. Am 19. Oktober sollen die Waffen zusammen mit dem SEK beschlagnahmt werden. Doch der morgendliche Spezialeinsatz gerät außer Kontrolle.
Als der Reichsbürger früh am Morgen den Einsatz bemerkt, greift er nach der Pistole, die unter seinem Kopfkissen liegt. Während die SEK‑ler versuchen, in die Wohnung zu gelangen, schießt Plan elfmal durch die noch verschlossene Tür auf die Einsatzkräfte. Der SEK-Beamte Daniel Ernst wird siebenmal getroffen und tödlich verletzt.
Wie der Fall den Blick auf die Reichsbürger-Szene veränderte
Zehn Jahre später sind Reichsbürger weiter eine reale Bedrohung. Unser Rechercheteam entschlüsselt den zehn Jahre zurückliegenden Einsatz in Georgensgmünd, versucht die Radikalisierung von Wolfgang Plan nachzuvollziehen und spricht mit Beamten, Politikern und den Angehörigen des erschossenen Polizisten darüber, was ein Jahrzehnt nach dem Einsatz geblieben ist.
„Der Reichsbürger von Nebenan“: eine Podcast-Serie mit vier Folgen, gesprochen von „Abgründe“-Host Franziska Wagenknecht.
Teaser ab sofort streamen
Die erste Folge erscheint am 16. Oktober auf nordbayern.de und überall, wo es Podcasts gibt. Ab sofort ist der Teaser zu „Der Reichsbürger von Nebenan“ online.