Nürnberg - Ein fast volles Stadion und ein schwerer Gegner: Wie will Nürnberg seinen Vorsprung gegen den Aufstiegsfavoriten Wolfsburg ausbauen? Und welche Rolle spielt Stürmer Zoma? Das sagt Trainer Klose dazu.

Miroslav Klose freut sich auf diesen ganz besonderen Härtetest für seinen 1. FC Nürnberg. Ein Heimspiel gegen Aufstiegsfavorit VfL Wolfsburg, TV-Primetime, Flutlicht und ein mit wohl 44.000 Fans fast volles Max-Morlock-Stadion: So kann nach dem Geschmack des Club-Trainers die 2. Fußball-Bundesliga nach der langen Länderspielpause weitergehen.

„Wenn man die ersten sechs Spiele sieht und die Qualität, die auf der anderen Seite bei Wolfsburg ist, und unsere Qualität, dann glaube ich schon, dass wir das zu Recht als Topspiel werten können“, meinte Klose vor dem ersten schweren Gradmesser dieser Saison am Samstag (20.30 Uhr/Nitro und Sky).

Es winken acht Punkte Vorsprung auf Wolfsburg

Der FCN geht überaus optimistisch in die Begegnung. „Wenn wir die Dinge von der ersten bis zur letzten Minute gut machen, dann haben wir eine Chance, dass viele Punkte bei uns bleiben“, sagte Klose. Es gelte, den Höhenflug aus dem September fortzusetzen: Die zweitplatzierten Franken sind neben Spitzenreiter Hertha BSC das einzige Team, das in der Saison noch ungeschlagen ist.

Mit einem Sieg würde die Klose-Truppe den Vorsprung auf Bundesliga-Absteiger Wolfsburg auf acht Zähler vergrößern. Einen direkten Rivalen früh in der Saison so zu distanzieren, das wäre zwar „schön“, wie Klose meinte. „Aber es ist nicht unser primäres Ziel.“ Klose sagte, dass Wolfsburg bis zum Schluss um den Aufstieg spielen werde. Und das wollen auch die Nürnberger.

Härtetest für FCN-Abwehr

Bei bislang fünf Siegen und nur einem Unentschieden stellt der Club die zweitbeste Offensive und zugleich die zweitbeste Defensive der 2. Liga. Wolfsburg schoss sich mit einem 5:1 gegen Darmstadt für das Duell warm - in der langen Länderspielpause folgte ein ebenfalls klares 4:1 gegen Havelse. Klose aber bleibt cool und sagt: „Es ist schwer, gegen uns Tore zu schießen.“

Offensiv hat der Club in Mohamed Ali Zoma jemanden, der in der Pause ein ganz neues Glücksgefühl kennenlernte: Der Stürmer wurde erstmals in Italiens Nationalmannschaft berufen, bekam sogar Einsatzzeit und wurde dann als Krönung auch noch von Trainerlegende Fabio Capello gelobt.

Zomas Ansage

„Er macht einen fantastischen Eindruck“, berichtete Klose von der Rückkehr seines Angreifers nach dem Abstecher zur Squadra Azzurra. Zomas Italien-Trip soll nun auch den Nürnbergern helfen. „Er wird da jetzt nicht aufhören, sondern eher noch einen draufsetzen wollen und das bestätigen“, hofft Klose.

Mit Klose in die Zukunft?

Angesichts des aktuellen Erfolgs beim 1. FC Nürnberg rechnet Sportvorstand Joti Chatzialexiou mit steigendem Interesse anderer Vereine an seinem Trainer Miroslav Klose. „Natürlich wird es auch so sein, dass der Miro Anfragen bekommt, weil er sich als Trainer mitentwickelt hat“, sagte der Nürnberger Funktionär erst vor wenigen Tagen über den Weltmeister von 2014, der den fränkischen Traditionsverein in der 2. Fußball-Bundesliga ungeschlagen auf den zweiten Tabellenplatz geführt hat.

„Im Moment läuft‘s gut, und es kann durchaus sein, dass dann auch ein paar Vereine anklopfen und der Miro dann seinen nächsten Schritt macht. Das ist ein normaler Prozess im Leistungsfußball, den können wir nicht aufhalten“, sagte Chatzialexiou (50) bei einer Podiumsdiskussion des TV-Senders Sky in München. „Dann wird es vielleicht in meiner Aufgabe liegen, einen neuen Trainer zu finden. Noch ist er da, ich hoffe, er bleibt auch lange.“

Klose (48) hat den 1. FC Nürnberg im Sommer 2024 übernommen. In seiner dritten Saison bei den Franken scheint der Club nun reif für den Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga.