Nürnberg - 65 Jahre Minigolf-Geschichte – jetzt steht die Zukunft der Anlage in Erlenstegen auf dem Spiel. Eine Institution in Nürnberg vor dem Aus. Ist das schon die letzte Saison?

Mit dem Rad die Pegnitz entlang vor nach Erlenstegen und dann rein in den Erlenstegener Forst hin zum „Schiesshaus“. Eine Runde Minigolf mit Spaßgetränk, dann eine Portion Pommes im angrenzenden Waldrestaurant Schiesshaus und bevor es wieder auf das Rad geht, noch eine kleine Runde durch den Wald. So oder so ähnlich sehen Freizeitausflüge vieler Nürnbergerinnen und Nürnberger aus. Auch die ein oder andere Lokalprominenz trifft man hin und wieder auf der so schön im Grün liegenden Minigolfanlage von Betreiberin Gabriele Mahler. Zuletzt zockte FCN-Torwart Christian Mathenia eine Runde auf dem Platz. Doch nun droht der traditionsreichen Minigolfanlage das Aus.

Darum muss die Minigolfanlage in Erlenstegen schließen

Betreiberin Mahler wurde der Pachtvertrag für den Platz in Erlenstegen zur Mitte nächsten Jahres gekündigt. Grund für die Kündigung ist eine notwendige Sanierung des Abwasserkanals auf dem Gelände. Die Kosten für die Sanierung sollen sich auf rund 30.000 Euro belaufen. Grundstückseigentümerin ist die Privilegierte Hauptschützen-Gesellschaft Nürnberg. Der Verein ist laut Mahler offenbar nicht bereit, diese Summe zu investieren, und zieht eine Schließung der Minigolfanlage einer größeren Investition vor.

Die Betreiberin hatte dem Verein noch angeboten, sich finanziell an der Sanierung zu beteiligen oder die Pacht zu erhöhen. Statt einer Antwort auf diesen Vorschlag erhielt sie die Kündigung – zugestellt per Gerichtsvollzieher. NN.de hatte zuerst darüber berichtet. Eine Anfrage unseres Medienhauses bei der Privilegierten Hauptschützen-Gesellschaft blieb bislang unbeantwortet.

Der idyllisch gelegene Platz im Erlenstegener Forst gilt als Nürnbergs älteste Minigolfanlage. Robert Köhler Senior ließ ihn 1961 auf einer Fläche von 1800 Quadratmetern mit 18 Bahnen errichten. Bis heute wird die Anlage von seiner Enkelin Gabriele Mahler in dritter Generation geführt. Die Anlage in der Günthersbühler Straße 145 ist üblicherweise von März bis Mitte Oktober geöffnet, abhängig von der Witterung. Die Betreiberin will sich juristisch beraten lassen und hofft, die Anlage im kommenden Frühjahr noch einmal öffnen zu können – wenn auch möglicherweise nur für wenige Monate.