
Der Herbst ist vielleicht die schönste Jahreszeit für eine Wanderung durch die fränkischen Weinberge. Die Reben hängen voller Trauben, die Landschaft zeigt sich in warmen Farben und nach der Tour lockt vielerorts eine Heckenwirtschaft mit Brotzeit und Schoppen.
Wer Wandern und Wein miteinander verbinden möchte, findet im Frankenland zahlreiche Möglichkeiten. Vier solcher Touren hat das Tourismusportal Franken – Wein.Schöner.Land! nach eigenen Angaben anhand festgelegter Qualitätskriterien in sein Angebot aufgenommen. Die Routen bieten unterschiedliche Möglichkeiten – vom Wandernachmittag bis zur mehrtägigen Auszeit, also ganz egal wie groß die Wanderlust auch ist. Wir stellen sie euch vor.
1. Weinparadiesweg: 19 Kilometer durch besondere Weinlandschaft in Franken
Vom Kapellberg bei Weigenheim bis nach Nenzenheim zieht sich der 19 Kilometer lange Weinparadiesweg am Rand des Steigerwalds. Laut der regionalen Tourismusseite Weinparadies Franken führt die Strecke unter anderem an Schloss Frankenberg vorbei und zum Bullenheimer Berg. Für eine Pause bietet sich die Weinparadiesscheune an. Danach geht es über den Seinsheimer Hohenbühl und den Hüttenheimer Tannenberg weiter.
Wer weniger laufen möchte, kann nach Angaben von Weinparadies Franken auch einzelne Abschnitte wählen. Wichtig für die Planung: Die komplette Tour ist kein Rundweg. Die Rückfahrt sollte deshalb vor dem Start geklärt sein.
Der Weinparadiesweg trägt das Qualitätssiegel „Wege zum Wein“. Damit werden im Fränkischen Weinland Routen ausgezeichnet, bei denen mehr als die Hälfte der mindestens drei Kilometer langen Strecke durch Weinberge führt. Auch eine abwechslungsreiche Landschaft, Weinbau-Besonderheiten, Beschilderung und Möglichkeiten für Rast und Einkehr gehören zu den Kriterien.
2. Fränkischer Rotwein Wanderweg: 79 Kilometer für Weinliebhaber
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann sich auf dem Fränkischen Rotwein Wanderweg auf eine längere Tour begeben. Die Route ist 79 Kilometer lang und zieht sich durch Churfranken von Großwallstadt im Norden bis nach Bürgstadt im Süden. Sie lässt sich laut Churfranken in sechs Etappen erwandern.
Die Landschaft ist geprägt von Weinbergen und insbesondere vom fränkischen Rotwein. Unterwegs warten Aussichtspunkte, Landschaftserlebnisse und inzwischen auch Hörstationen, an denen Wanderer mehr über den Weinbau der Region erfahren können.
Wer nicht mehrere Tage unterwegs sein möchte, kann einzelne Etappen wählen. Die Bayern Tourismus Marketing empfiehlt auf erlebe.bayern für einen kürzeren Ausflug den Bereich zwischen Erlenbach und Klingenberg. Dabei lohnt ein genauer Blick auf das Höhenprofil: Laut Franken – Wein.Schöner.Land! reicht der Anspruch je nach Abschnitt von leicht bis sehr anspruchsvoll. Für die Pause bieten sich örtliche Winzerwirtschaften an, die hier auch Häckerschenken heißen, wie erlebe.bayern erläutert.
3. Abt-Degen-Steig: Weinbaugeschichte auf kurzer Strecke
Deutlich kompakter ist der Abt-Degen-Steig in den Haßbergen. Die offizielle Tourbeschreibung gibt die Runde mit rund 7,5 bis 7,6 Kilometern an. Sie führt durch die Weinlagen zwischen Zeil am Main, Ziegelanger und Steinbach.
Der Weg verbindet Wein und Geschichte: Namensgeber ist der Zisterzienser-Abt Alberich Degen, der 1665 den Silvaner nach Franken gebracht haben soll. Entlang der Strecke erzählen Informationstafeln von Geologie, Rebsorten und Weinbau. Alte Trockenmauern, schmale Winzertreppen und historische Weinbergshäuschen prägen die Landschaft.
Dazu kommt der Blick über das Maintal. Wer nach der Wanderung noch nicht genug vom Wein hat, findet in Zeil am Main, Ziegelanger und Steinbach zahlreiche Weingüter, Weinstuben und Heckenwirtschaften.
Die Tour wird als mittelschwer eingestuft. Je nach Variante lassen sich die steilen Winzertreppen umgehen oder die Strecke verkürzen.
4. WeinKultTour: Zwischen Reben und fränkischer Geschichte
Wein und Kultur stehen bei der 21 Kilometer langen WeinKultTour im Mittelpunkt. Die Route rund um Lindach, Zeilitzheim, Gaibach und Stammheim führt nicht nur durch Weinberge, sondern auch über Wiesen, Streuobstflächen und Spargelfelder. Die Strecke ist überwiegend eben.
Unterwegs gibt es einiges zu entdecken: das Barockschloss in Zeilitzheim, die Kreuzkapelle und die Konstitutionssäule bei Gaibach sowie den laut Franken-Weinland größten Bocksbeutel der Welt in Stammheim, wie es auf Weinkulturland.de heißt. Rastplätze mit weitem Blick über die Landschaft laden zum Verschnaufen ein.
Entlang der Strecke gibt es fränkische Gasthäuser, Winzerstuben und Vinotheken. Dank eines Verbindungsstücks zwischen Lindach und Zeilitzheim kann die Route außerdem als Rundweg gelaufen werden - und auch in kleinere Abschnitte verkürzt werden.
