Nürnberg - Ein totes Katzenjunges wird auf einem Nürnberger Firmengelände entdeckt: Das Tierheim macht mit einem emotionalen Post auf das Leid herrenloser Katzen aufmerksam – und appelliert daran, Freigänger kastrieren zu lassen.

Auf einem Firmengelände in Nürnberg sind fünf neugeborene Katzen gefunden worden. Eines der Tiere überlebte nicht. Nach Angaben des Tierheims Nürnberg war die Mutterkatze nicht mehr bei ihren Jungen. Sie habe die Katzenbabys vermutlich kurz nach der Geburt zurückgelassen und sei nicht wieder aufgetaucht.

Warum die Mutter verschwunden ist, sei nicht bekannt. Das Tierheim vermutet in seinem Facebook-Post mit der Überschrift „Er ist tot und ihr seid schuld!“, sie könnte zu jung oder mit den Jungen überfordert gewesen sein.

„Dieses kleine Katzenkind hatte keine Chance auf Leben“, schreibt die Einrichtung zu einem Foto des verstorbenen Tieres. Vier Geschwister konnten demnach gerettet werden.

Tierheim berichtet von regelmäßigen Einsätzen

Der Fall sei kein Einzelfall, macht das Tierheim in dem Post deutlich. Wie die Einrichtung in dem Beitrag schreibt, werde ihr Notdienst inzwischen „wöchentlich“ zu Einsätzen dieser Art gerufen. Dabei gehe es um verwilderte Hauskatzen, die ihre Jungen draußen zur Welt bringen und anschließend ohne menschliche Versorgung bleiben.

Nach Angaben des Tierheims befinden sich derzeit rund 150 Katzen in der Einrichtung. Der Großteil seien Fundtiere und Tiere aus Beschlagnahmungen. 55 Babykatzen mit und ohne Mutterkatzen sitzen demnach aktuell im Welpenhaus. Alle seien herrenlos aufgefunden worden.

Wie viele Katzenwelpen und ihre Mütter außerhalb der Wahrnehmung von Menschen sterben, lasse sich nicht sagen. „Wie viele Katzenbabys und ihre Mütter draußen elendig sterben, möchten wir gar nicht wissen“, schreibt das Tierheim.

Forderung nach Kastrationspflicht

Die Einrichtung sieht einen Zusammenhang zwischen dem Katzenelend und der unkontrollierten Vermehrung von Tieren. In seinem Beitrag kritisiert das Tierheim deshalb sowohl Halter, die ihre Freigängerkatzen unkastriert nach draußen lassen, als auch Menschen, die ihre Tiere gezielt vermehren.

Der Vorwurf richtet sich dabei insbesondere gegen die Haltung unkastrierter Freigänger. Katzen, die regelmäßig draußen unterwegs sind, können sich unkontrolliert fortpflanzen. Ihr Nachwuchs kann wiederum selbst Junge bekommen, wenn die Tiere nicht kastriert werden.

Das Tierheim verbindet seinen Appell deshalb mit der Forderung nach einer Kastrationspflicht. „Diese würde so sehr helfen, das Elend der Katzen einzudämmen“, schreibt die Einrichtung.

Eine solche Regelung wird in Deutschland seit Jahren von verschiedenen Tierschutzorganisationen gefordert. Auch das Tierheim Nürnberg will mit seinem Beitrag zum Welttierschutztag auf das Thema aufmerksam machen und Unterstützung für die Forderung mobilisieren.

Appell an Katzenhalter

Neben der politischen Forderung steht für das Tierheim auch die Verantwortung der einzelnen Halter im Mittelpunkt. Wer seine Katze unkastriert mit Freigang hält, kann nach Einschätzung der Einrichtung zur unkontrollierten Vermehrung beitragen.

Zum Welttierschutztag formuliert das Tierheim deshalb einen Aufruf: „Macht mit, werdet laut und helft uns, den Tieren zu helfen!“ Gemeint ist damit insbesondere die Unterstützung der Forderung nach einer Kastrationspflicht – aber auch die Entscheidung von Katzenhaltern, ihre Tiere kastrieren zu lassen.

Der Fall auf dem Nürnberger Firmengelände ist damit für das Tierheim Anlass, auf ein größeres Problem aufmerksam zu machen: die hohe Zahl herrenloser Katzen und den daraus entstehenden Aufwand für Tierschutz und Tierheime.