
Das Heimdebüt von Jürgen Klopp als Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft ist missglückt: Mit 0:1 musste sich die DFB-Elf gegen den Underdog aus Griechenland geschlagen geben. Bastian Schweinsteiger, der die Partie als TV-Experte für die ARD begleitete, fand nach dem Schlusspfiff deutliche Worte: „Wir sind keine Topmannschaft mehr. Wir sind im Mittelmaß angekommen“, konstatierte der Weltmeister von 2014.
Schweinsteiger argumentierte, dass es der deutschen Mannschaft an Unterschiedsspielern fehle. „Selbst Griechenland“ verfüge mit Karetsas, Tzolis oder Pavlidis über solche Akteure, anders als die DFB-Elf. Jürgen Klopp müsse sich deshalb nun „alle Spieler anschauen, die in Frage kommen können. Um eine Mannschaft zu entwickeln, die dann auch den Jürgen Klopp Fußball spielen wird.“
Forderung nach Spielerentwicklung
Auf die Nachfrage von Moderatorin Esther Sedlaczek, welche deutschen Spieler über das Potenzial verfügen, in naher Zukunft als Unterschiedsspieler auftreten zu können, nannte der Ex-Bayern-Star lediglich Kapitän Joshua Kimmich: „Ich sehe bei uns insgesamt das Problem, wenn wir von hinten rausspielen müssen. Der einzige, der kreative Pässe spielen kann, ist Kimmich. Wenn der nicht da ist, dann wird es schwierig. Dann leiden auch die vorne drunter, auch wenn sie in einer ordentlichen Position sind.“
Auch auf „die vorne“, das Offensivpersonal, kam Schweinsteiger zu sprechen: „Dann haben wir über die Außen vielleicht auch nicht die, die immer runtergehen zur Grundlinie und flanken und vorne sind zwei Stürmer drin die den Ball reinboxen. Das haben wir nicht. Wir müssen versuchen, die Spieler, die wir haben, so zu entwickeln, dass wir in naher Zukunft wieder dahin kommen.“
Klopp noch in der „Findungsphase“
Bundestrainer Jürgen Klopp sei indes noch in der „Findungsphase“. Über den neuen Mann an der Seitenlinie sagte Schweinsteiger: „Es ist erst das zweite Länderspiel von ihm. Er ist nicht der Zauberer, du kannst von der Mannschaft nicht erwarten, dass sie Griechenland dominieren. Das ist harte Arbeit, aber Jürgen Klopp ist der richtige Mann dafür.“ Die Spieler hingegen müssten sich „ein bisschen hinterfragen, ‚ist das alles?‘“
Klopp selbst erklärte nach der Niederlage gegen Griechenland: „Die Aufstellung, die Zusammensetzung, die vielen Wechsel, das geht alles zu einhundert Prozent auf meine Kappe.“ Zum Spielverlauf sagte er: „Das wir hier einen tiefstehenden griechischen Gegner nicht komplett auseinandernehmen (…), das war klar. Das Spiel heute nicht zu gewinnen, damit hätte ich wirklich leicht leben können. Verlieren darfst du es nicht, haben wir trotzdem getan.“ Besser machen kann es die deutsche Nationalelf bereits am kommenden Donnerstag, wenn in München das nächste Heimspiel in der Nations League gegen Serbien ansteht.