Nürnberg - Nebel am Morgen, nasses Laub und plötzlich auftauchendes Wild: Der ADAC Nordbayern mahnt Autofahrende im Herbst zu besonderer Vorsicht. Wer Fahrzeug und Fahrweise an die Bedingungen anpasst, kann Risiken verringern.

Wenn die Tage kürzer werden, steigt auf den Straßen die Gefahr durch schlechte Sicht und rutschige Fahrbahnen - davor warnt der ADAC Nordbayern und rät, das Auto auf die Herbstmonate vorzubereiten: Die Scheiben sollten innen und außen sauber sein, der Wischwasserstand regelmäßig kontrolliert und bei sinkenden Temperaturen mit Frostschutz ergänzt werden. Auch Scheinwerfer und Rücklichter sollten einwandfrei funktionieren, betont der Verkehrsclub. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kündigt zum Herbstanfang eine landesweite Kontrollaktion zur Fahrzeugbeleuchtung an. „Eine funktionierende Fahrzeugbeleuchtung verbessert die Sicht des Fahrers und macht das Fahrzeug für andere Verkehrsteilnehmer besser erkennbar“, sagte Herrmann laut einer Mitteilung.

Beim Reifenwechsel gilt gemeinhin als Orientierung die Faustregel „Oktober bis Ostern“. Der ADAC empfiehlt mindestens vier Millimeter Profil auf den Reifen und rät, den Satz nach spätestens sechs Jahren zu ersetzen. Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind seit Oktober 2024 nur noch Winterreifen mit Alpine-Symbol – dem Berg mit Schneeflocke – als solche zugelassen; eine M+S-Kennzeichnung allein reicht nicht mehr.

Auf der Straße kommt es im Herbst vor allem auf Abstand, ein angepasstes Tempo und Licht an. Liegt feuchtes Laub auf der Fahrbahn, sollten Autofahrende besonders behutsam lenken und beschleunigen. Bei Sichtweiten unter 50 Metern darf die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden; zugleich gilt dann eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Auch tief stehende Sonne kann die Sicht beeinträchtigen – eine saubere Windschutzscheibe hilft, störende Lichtstreuung durch Schlieren zu vermeiden.

Besondere Vorsicht ist morgens und abends an Waldstücken und Feldrändern geboten. Taucht Wild am Straßenrand auf, sollte man das Fernlicht ausschalten, abbremsen und hupen. Häufig folgen weitere Tiere. Ist ein Zusammenstoß nicht mehr zu verhindern, empfiehlt der ADAC, stark zu bremsen und die Spur zu halten, statt riskant auszuweichen.

Unfall-Häufung zu Beginn und in der dunklen Jahreszeit in Bayern

Hintergrund der bayernweiten Aktion zur Kontrolle der Lichtanlagen sind die Unfallzahlen in den dunklen Jahreszeiten: Von Oktober bis Dezember passieren den Angaben zufolge in den Morgen- und Abendstunden zwischen 5 und 7 sowie zwischen 17 und 21 Uhr besonders viele Unfälle. Die Polizei registrierte in diesen Zeiträumen 2025 24.493 Unfälle. Dabei wurden nach Angaben des Innenministeriums 3.637 Menschen verletzt und 35 getötet. Ziel der Kontrollen sei es, das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer für die Bedeutung guter Sicht und Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu stärken.

Ab 1. Oktober findet, wie jedes Jahr, der Licht-Test der Deutschen Verkehrswacht und des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes statt. Im Rahmen der Verkehrssicherheitsaktion können Autofahrerinnen und Autofahrer kostenlos die Lichtanlage ihres Fahrzeugs überprüfen und kleinere Lichtmängel dann von Kfz-Meisterbetrieben beheben lassen.

Mit Material der dpa.

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