Fürth - Keine Playlist vom Amt und keine Verbotsschilder: Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung erteilt Vorgaben für die Michaelis-Kirchweih eine klare Ansage.

Keine Tabu-Listen, keine Musik-Polizei, sondern einfach friedlich feiern: Wenn in wenigen Tagen die traditionsreiche Michaelis-Kirchweih in Fürth startet, setzt die Kleeblattstadt auf Gelassenheit. Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung stellt angesichts zahlreicher Anfragen klar, dass es auf der Fürther Kerwa keinen bürokratischen Verhaltenskodex geben wird. In enger Absprache mit der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Hilde Langfeld unterstreicht der Rathauschef das „volle Vertrauen“ in die Betreiber.

„Sie gehen sowohl bei der Musikauswahl an den Ausschänken als auch bei den Dekorationen ihrer Fahrgeschäfte mit Augenmaß, einem angemessenen Traditionsbewusstsein und dem Gespür für ein respektvolles Miteinander vor“, betont Jung. Eine Liste mit Verboten oder Hinweise, was erlaubt ist und was nicht, brauche es in Fürth daher schlichtweg nicht.

Hintergrund: Wirbel auf dem Erlanger „Berg“

In der Nachbarstadt Erlangen hatte eine Empfehlung der Kommune vor der Bergkirchweih für erhebliche Debatten gesorgt. Die Stadt hatte den Wirten und Musikern nahegelegt, auf zwölf als sexistisch eingestufte Lieder -darunter Partykracher wie „Layla“, „Joana“ und den Klassiker „Skandal im Sperrbezirk“ - zu verzichten. Obwohl die Verwaltung betonte, dass es sich um reine Orientierungs- und Sensibilisierungshilfen ohne Verbotscharakter handele, reagierten viele Festbesucher mit Unverständnis.

Klare Kante gegen Diskriminierung

Bei aller Gelassenheit zieht das Fürther Stadtoberhaupt dennoch eine deutliche Grenze: Diskriminierende, ehrverletzende oder rassistische Darbietungen jedweder Art haben auf dem Festgelände absolut keinen Platz und werden keinesfalls geduldet.