
Eine Zugfahrt, die ist lustig ... na klar - wenn er denn mal kommt, der Zug, wird sich so manch ein Pendler hierzulande denken und dabei missmutig auf die Uhr linsen, am Gleis, am leeren Gleis, wo kein Zug steht. Aber keine Sorge, wen es in die Ferne zieht, der muss sich künftig nicht auf die Deutsche Bahn verlassen. Neben Zügen, die gen Italien fahren, wird es bald auch auf die Insel gehen, durch den Tunnel unterm Meer durch und ganz ohne Umstieg. Gestatten: Eurostar.
Die neuen Doppelstockzüge fahren von Deutschland aus direkt nach England. Von wo, ab wann und was die mehrheitlich zur französischen Staatsbahn SNCF gehörenden Züge sonst noch so zu bieten haben, erfahrt ihr hier.
„Himmlisch“ reisen mit Eurostar Celestia
Mit Eurostar Celestia fahren die ersten doppelstöckigen Hochgeschwindigkeitszüge durch den Kanaltunnel, wie rtl schreibt. Demnach bieten die „himmlischen“ (celestial = englisch für himmlisch) je Zug rund 20 Prozent mehr Sitzplätze als die bisher größten Eurostar-Züge. In der üblichen Kombination aus zwei Zügen mit insgesamt 400 Metern wären das etwa 1.080 Plätze pro Fahrt, vorbehaltlich der finalen Ausstattung. 30 Exemplare hat das mehrheitlich zur französischen Staatsbahn SNCF gehörende Unternehmen mit Sitz in Brüssel bei Alstom fest bestellt, für 20 weitere besteht eine Option. Die Investition liegt bei rund zwei Milliarden Euro.
Angekündigt ist eine Bar über beide Etagen. Sie soll allen Reisenden offenstehen, nicht nur Gästen der Premium-Klasse, und von Personal betreut werden, wie ein Sprecher bei Euronews erklärte. Im oberen und unteren Teil soll jeweils eine eigene Atmosphäre entstehen.
Nach den Hitzewellen dieses Sommers betont Eurostar zudem, die Klimaanlagen seien für bis zu 55 Grad Außentemperatur ausgelegt.
Von wo fahren die Züge und ab wann
Im Juli 2025 vereinbarten Deutschland und Großbritannien im Kensington-Vertrag, eine direkte Bahnverbindung voranzutreiben. Im Dezember 2025 unterzeichneten Eurostar und die Deutsche Bahn eine Absichtserklärung, Verbindungen zwischen London und Städten wie Köln und Frankfurt zu prüfen. Auch Genf soll neu ins Streckennetz kommen.
Eurostar plant demnach eine Direktverbindung zwischen London und Frankfurt am Main. Die ersten Züge sollen im Januar 2031 in die Flotte kommen. Tickets, Fahrpläne und Preise gibt es noch nicht. Der Fahrgastbetrieb ist ab Mai 2031 mit zunächst sechs Zügen geplant. Für Frankfurt nennen Eurostar und die Deutsche Bahn die frühen 2030er-Jahre, derselbe Zeithorizont gilt für Genf.
Die italienische Staatsbahn FS will über Trenitalia France ab 2029 Paris und London verbinden und hat dafür sowie für Strecken in Frankreich 19 Züge bei Hitachi bestellt. Virgin Trains von Richard Branson peilt 2030 an. Gemini Trains plant bis 2030 unter anderem London-Köln. Anträge von FS und Gemini auf Nutzung des Londoner Depots Temple Mills lehnte die britische Regulierungsbehörde allerdings 2025 ab.