Paris - Tierschützer stoßen nach einer Zwangsräumung in Paris auf etliche Katzen. Dutzende Tiere vegetieren auf engstem Raum - und in der Gefriertruhe finden sich weitere Kätzchen. Warum tut jemand so etwas?

In einer kleinen Pariser Wohnung haben Tierschützer mehr als 75 Katzen entdeckt. Nach der Zwangsräumung einer Sozialwohnung im 15. Stadtbezirk hätten die Polizei und ein Gerichtsvollzieher den Verein YouCare um Unterstützung gebeten, berichtete die Zeitung „Le Parisien“. In der rund 50 Quadratmeter großen Wohnung seien Helfer dann auf 75 Katzen gestoßen, sagte der Vereinsvorsitzende Thomas Moreau. Die Tiere seien dort unter unerträglichen Zuständen gehalten worden, einige seien in eine Tierklinik gekommen. „In der Tiefkühltruhe wurden außerdem tote Kätzchen gefunden“, sagte Moreau.

Der Verein konnte nicht alle Katzen auf einmal aufnehmen und startete einen Hilfeaufruf. Rund 30 Katzen mussten zunächst in der Wohnung zurückgelassen werden und werden dort von Helfern täglich versorgt.

Wie der Vereinsvorsitzende der Zeitung sagte, handelt es sich wahrscheinlich um einen Fall von Tiersammelsucht, im Französischen ist vom sogenannten Noah-Syndrom die Rede, das sich von der biblischen Figur Noah und seiner Arche ableitet. Bei diesem psychiatrischen Krankheitsbild sammeln Menschen eine große Zahl von Haustieren auf engem Raum an, ohne in der Lage zu sein, die Tiere angemessen zu pflegen, zu füttern oder medizinisch zu versorgen.