
„Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“, wusste schon die Punkband Die Kassierer. Nun ja, etwas spaßbefreit ließe sich entgegnen, dass es weitaus Schlimmeres im Leben gibt. Unangenehm ist so ein Biernotstand aber allemal. Ein solcher könnte nun zumindest kurzfristig im Raum Erfurt drohen, denn ein Getränkelaster, der dorthin unterwegs war, verlor am Mittwochnachmittag einen Teil seiner kostbaren Fracht.
Wie die Verkehrspolizeiinspektion Coburg berichtet, war gegen 16 Uhr ein 44-Jähriger mit seinem Sattelzug in Oberfranken unterwegs. Auf der Ladefläche befanden sich insgesamt 1270 Kästen Bier- und Biermischgetränke mit einem Gesamtgewicht von 24 Tonnen. Als der Fahrer an der Anschlussstelle Ebersdorf bei Coburg auf die A73 auffahren wollte, kam es zum Unglück: Ein Teil der Bierkästen kippte in der Rechtskurve des Auffahrastes und drückte gegen die seitliche Plane des Aufliegers. Der Druck war zu groß, die Plane riss auf einer Länge von rund drei Metern. Durch die Öffnung fielen etwa 150 Bierkästen auf die Fahrbahn und verteilten sich auf einer Länge von fast 150 Metern auf die gesamte Fahrbahnbreite.
Als Glück im Unglück entpuppte sich der Umstand, dass sich nur wenige Sekunden nach dem Unfall ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei Coburg mit seinem Transporter der Unfallstelle näherte. Der Mann sperrte unverzüglich die Hauptfahrbahn der A73 in nördlicher Richtung und verhinderte damit, dass es zu Folgeunfällen kam. Weitere Kräfte der Straßenmeisterei trafen ein und richteten eine Ausleitung an der Anschlussstelle ein.
Mangelhafte Ladungssicherung - Spezialfirma reinigt Fahrbahn
Spezialisten der Verkehrspolizei Coburg kümmerten sich um die Unfallaufnahme. Sie lasen ein Kontrollgerät aus, das in der Sattelzugmaschine verbaut war. Dabei stellten sie fest, dass der Fahrer des Sattelzuges „nicht grundsätzlich mit überhöhter Geschwindigkeit den Kurvenbereich des Einfädelstreifens“ befahren hatte. Hauptsächlich resultierte der Unfall wohl aus einer mangelhaften Ladungssicherung; die Bierkästen im Laderaum des Aufliegers kippten in Kombination mit der Fahrgeschwindigkeit.
Mithilfe eines Radladers und einer Kehrmaschine kümmerte sich eine Spezialfirma aus Bamberg um die Reinigung der Fahrbahn. Die Firma unterstützte auch die Bergung der unversehrten Ladung auf dem Auflieger, die aufgrund der instabilen Lage der Bierkästen mit äußerster Vorsicht ausgeführt werden musste. Letztendlich konnte der Sattelzug jedoch mit der verbliebenen Ladung an einer nahen Behelfsausfahrt die Autobahn wieder verlassen.
Am Ort des Geschehens waren neben Polizei und Straßenmeisterei noch etwa 20 Einsatzkräfte der Ebersdorfer Feuerwehr im Einsatz, sie unterstützten die Bergung und verhinderten mögliche Verkehrsgefahren.
Vier Stunden Vollsperrung
Neben dem Verlust der 150 Kästen Bier zog der Unfall weitere, gravierende Konsequenzen nach sich: Vier Stunden dauerte es, bis die Unfallstelle vollständig geräumt und gereinigt war, erst danach konnte die Autobahn wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf eine Höhe von etwa 10.000 Euro.
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