
Während die Kosten in vielen Bereichen steigen, geht der Club Stereo in der Nürnberger Innenstadt einen ungewöhnlichen Weg: Zum 21-jährigen Bestehen des Stereo werden die Getränkepreise gesenkt. Davon profitieren Besucherinnen und Besucher bei Partys, Konzerten, Live-Podcasts und weiteren Veranstaltungen.
Hinter der Aktion steckt mehr als ein Rabatt zum Feiern. Der Club wolle seinem Publikum trotz steigender Lebenshaltungskosten den Besuch ermöglichen und ein Zeichen setzen, wie es dazu in einer Stellungnahme heißt. Die Preissenkung gilt den öffentlich verfügbaren Angaben zufolge für alle Gäste, denn das Team hinter dem Club in der Klaragasse weiß: „Kultur und Gastronomie sind nicht (mehr) für alle da.“ Daher wolle man im Rahmen der eigenen Möglichkeiten - als privat geführter und nicht-subventionierter Club - etwas ändern, „wenn maximal viele Dinge gerade schei*e laufen“.
Es gehe darum, Haltung zu zeigen und ein positives Zeichen zu setzen - „auch wenn wir als Kulturort von den derzeitigen Zu- und Umständen hart betroffen sind“. Im Stereo glaube man daran, dass „auch wir Dinge verändern müssen, damit es besser wird“. Deswegen würden die Getränkepreise eigenen Angaben zufolge „kräftig gesenkt“. Denn, wie angenommen wird, könnten die gestiegenen Preise in allen Bereichen auch ein Grund sein, weniger oder nicht mehr in den Club zu gehen. Dennoch: „Wir glauben an die Kraft von Clubs und Kulturorten wie dem Club Stereo“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Sie sind Orte der Begegnung, der Kommunikation, des Loslassen und nicht zuletzt der Demokratie.“ Insgesamt hat die Branche seit Corona mit rückläufigen Besucherzahlen zu kämpfen, hinzukommen gestiegene Preise im Betrieb und Lohn; die Inflation betrifft Besucher sowie Anbieter. Einige Stars, darunter Wincent Weiß, mussten schweren Herzens Tour-Stopps canceln, weil zu wenige Karten verkauft wurden. Weil zu wenig Zulauf noch vorhanden war, hat der Stereo im Jahr 2025 auch eine beliebte Partyreihe gestrichen.
Dabei könnten nicht alle Getränkepreise „umgekrempelt“ werden, so die Stereofamilie weiter, aber die gängigen Getränkewünsche sind der Liste nach dabei. Vor allem gehe es dem Team mit seinen Getränkepartnern darum, „Dinge in eine andere Richtung zu drehen, die ihr direkt spürt“, so der Stereo weiter.
Dabei sei weder die Entscheidung für eine Senkung noch die Umsetzung ein einfacher Prozess gewesen - eher ein „mehrmonatiger, intensiver Prozess, der uns als unabhängiger, nicht-subventionierter Club nicht an jedem Punkt leicht gefallen ist“. Doch man glaube daran, Preise in Kultur und Gastronomie wieder ein bisschen erschwinglicher zu machen, ein richtiger Ansatz ist“, heißt es abschließend.
Stereofamilie und Netzgemeinde jubelt
Die Follower des Stereo auf Instagram finden die Idee durch die Bank gut - ein Kommentierender: „Das ist eine super Idee! Das ist absolut nachahmenswert! Bundesweit bitte!“, ein anderer betont: „Hammer! Starke Aktion! Hoffentlich schwemmt es euch damit jede Menge Kundschaft in Euren Club. Für eine starke (sub-)kulturelle Szene in Nürnberg!“. Die Hoffnung des Stereo, wieder mehr Traffic in die Räume zu kriegen, scheint aufzugehen - betrachtet man nur diesen Kommentar: „Wow! Alles wird teurer und ihr günstiger! Dann muss ich gleich Mal schauen welche Show ich als nächstes bei euch besuche um sowas zu supporten! Stabil.“