
Als sie mit 29 Jahren an Krebs erkrankt war, hätte sie sich mehr Unterstützung gewünscht. Mehr Zuspruch, mehr Hoffnung. Deshalb gründete Anke Simon 2016 den Verein Eisvogel, der Leukämie- und Lymphknotenkrebserkrankten und ihren Angehörigen helfen soll. Mit einer Fahrradtour will der Verein jetzt auf Blutkrebs aufmerksam machen, aufklären und potenzielle Lebensretter gewinnen. Start ist am Freitag, 18. September, in Nürnberg.
Mehr als 400 Kilometer Strecke haben die Teilnehmenden in den darauffolgenden Tagen vor sich - die Tour geht bis Frankfurt am Main. Am 24. September soll die Gruppe dort ankommen. Mit auf dem Rad sitzen Menschen, die selbst an Leukämie oder Lymphomen erkrankt waren, so schreibt es der Verein in einer Pressemitteilung. Außerdem sollen Angehörige mitfahren, „die wissen, was eine Krebsdiagnose mit einem Menschen und seinem gesamten Umfeld macht“, so der Verein.
Auf der Tour besuchen die Teilnehmenden Kliniken und treffen Betroffene und Angehörige. Außerdem sollen beim Street-Food-Festival in Schweinfurt und auf dem Altstadtfest in Nürnberg Typisierungsaktionen durchgeführt werden. Besuchende können sich dort als potenzielle Stammzellspender registrieren.
„Für viele Blutkrebspatienten kann eine Stammzellspende die Chance auf ein neues Leben bedeuten“, schreibt der Verein in der Mitteilung. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto höher ist die Chance für ein passendes Match. Denn laut der gemeinnützigen Organisation DKMS findet noch immer rund jeder zehnte Patient keinen passenden Spender.
Eisvogel-Gründerin Anke Simon: „Ich habe mich relativ einsam gefühlt“
Und die Diagnose ist nicht selten. Laut Eisvogel e.V. erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 13.454 Menschen an Leukämie, 17.932 an einem Non-Hodgkin-Lymphom und 2.457 an einem Hodgkin-Lymphom (Stand der Daten: 2022). „Hinter jeder dieser Diagnosen stehen ein Mensch, eine Familie - und plötzlich ein Leben, das von einem Moment auf den anderen nicht mehr dasselbe ist“, so der Verein.
Die Gründerin von Eisvogel e.V., Anke Simon, weiß, wovon sie spricht. Vor 13 Jahren erkrankte sie selbst an Morbus Hodgkin. Damals war sie 29 Jahre alt. Sie habe sich mit der Krankheit alleine gefühlt. „Ich habe einmal gegoogelt. Da stand nur ‚Tod‘, obwohl meine Krebsart gut heilbar ist“, so die heute Anfang-40-Jährige. Da habe sie den Laptop schnell wieder zugeklappt „und mich relativ einsam gefühlt“, erzählt Simon.
Simon schwor sich damals: Falls sie wieder gesund werden sollte, will sie dazu beitragen, dass sich etwas ändert. Sie wurde krebsfrei und gründete 2016 gemeinsam mit Freunden den Verein Eisvogel e.V. - mit einem Ziel: Menschen mit Leukämien und Lymphomen sowie ihre Angehörigen sollen in dieser schweren Zeit nicht allein bleiben. „Wenn andere ihre Krankheit googeln, soll jetzt nicht mehr ‚Tod‘ erscheinen, sondern unser Verein“, sagt Simon.
Die Auftakt-Veranstaltung in Nürnberg am Freitag, 18. September, beginnt mit einem Besuch der Uniklinik. Anschließend, von 14 bis 18 Uhr, steht die Gruppe mit einem Bus beim Altstadtfest. „Da können alle hinkommen“, sagt Anke Simon. Neben der Typisierungsaktion können sich dort Betroffene oder Angehörige miteinander austauschen.
Die sechstägige Tour sei so geplant, dass „sie alle gut und entspannt schaffen“, sagt Simon. Die erste Etappe führt am Samstag, 19. September, von Erlangen nach Bamberg. Am Sonntag geht es von Eltmann weiter nach Schweinfurt zum Street-Food-Festival. Von dort fahren die Teilnehmenden am 21. September weiter nach Würzburg. Am nächsten Tag führt die Tour nach Wertheim. Am Mittwoch, 23. September, gibt es nochmals einen Stopp in Aschaffenburg, bevor die Route am 24. September in Frankfurt am Main endet. Weitere Infos zu der Aktion finden sich auf der Webseite des Vereins.


