
Den knappen wie verdienten 2:1-Sieg über Hannover fasste Club-Coach Miroslav Klose folgendermaßen zusammen: „Wir sind mutig und aggressiv reingekommen. So stelle ich mir das vor. Ich war dann aber mit den nächsten 20 Minuten überhaupt nicht zufrieden, wir waren nicht griffig genug. Das habe ich dann in der Pause auch klar angesprochen, und dass wir in der zweiten Halbzeit eine Reaktion in den Zweikämpfen sehen wollten. Danach sehe ich die beste Halbzeit, seitdem ich hier bin. Da kann ich dem Team nur vorwerfen, dass sie nicht noch ein Tor gemacht haben. Zwar haben wir am Schluss noch das Quäntchen Glück, aber das haben wir uns erarbeitet.“
Beim Blick auf die Tabelle dürfte so manchem Anhänger bereits schwindelig werden. Zumindest bis Sonntag grüßt der Club vom Platz an der Sonne - logisch, dass das Thema Aufstieg nicht weit ist. „Wir haben vor, erstmal Spiel zu Spiel zusammenzubleiben“, bremste Klose und betonte: „Wir müssen und wollen das ruhig angehen. Wir sind nicht dafür gemacht, um große Töne zu spucken. Ich weiß, wie viel im Fußball passieren kann, aber den Moment möchten wir unbedingt mitnehmen, weil wir es verdient und derzeit einfach Spaß haben.“
Zoma glänzt - Titz hadert
Spaß macht den Nürnbergern nicht zuletzt auch Mohamed Ali Zoma, der gegen Hannover schon Saisontreffer Nummer fünf markierte. „Ihn über 90 Minuten auszuschalten, ist richtig schwer. Er hat immer seine Chancen und lauert. Manchmal außen, manchmal innen. Er ist nicht greifbar“, erklärte Klose die Vielseitigkeit des Italieners, den man „immer doppeln“ müsse. „Ich bin unheimlich glücklich, dass er heute ein Tor gemacht hat. Das ist für ihn auch eine Erleichterung.“
Bekanntlich ist des einen Freud des anderen Leid. So musste Hannover-Übungsleiter Christian Titz die Niederlage im Achteck erläutern: „Wir haben das Spiel maximal schlecht begonnen“, verwies der 55-Jährige auf den haarsträubenden Fehler im Aufbauspiel unmittelbar vor dem 1:0-Treffer. „Danach haben wir aber eine schnelle und gute Reaktion gezeigt. Aber wir sind heute auf eine Mannschaft getroffen, die hier als verdienter Sieger vom Platz geht. Wir hatten im Zentrum zu viele Ballverluste. Wir haben dann ein bisschen was verändert, sind aber nicht zu unseren Chancen gekommen. Das 2:1 kriegen wir dann in einem Moment, wo wir in der Vorwärtsbewegung sind. Wir hatten zwar noch Chancen auf den Ausgleich, aber ich muss zum verdienten Heimsieg gratulieren.“
Justvan: „Ich bin unfassbar stolz“
Nach seinem Doppelpack im Frankenderby schraubte auch Kreativkopf Julian Justvan das eigene Torkonto weiter nach oben. Der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler brachte den Club früh in Führung. Auch insgesamt zeigte er sich hocherfreut über den Auftritt der Franken: „Ich bin unfassbar stolz auf die Mannschaft. Ich glaube, es war über 90 Minuten ein sehr umkämpftes Spiel mit den besseren Chancen auf unserer Seite. Wenn man sieht, was die Jungs hier 90 Minuten auf den Platz bringen, dann haben wir es uns wieder einfach erarbeitet und erkämpft. Genauso können wir weitermachen!“
Insbesondere die Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel hatte es dem früheren Paderborner angetan: „Es ist natürlich immer gefährlich, wenn man zwar viele Ballgewinne hat, die Chancen aber nicht reinmacht. Das muss noch besser werden, dass wir im letzten Drittel die Aktionen ruhiger zu Ende spielen, weil du dir mit ein bisschen Pech heute noch eins fängst. Aber wie gesagt: Wir haben uns hinten in alles reingeworfen, wenig zugelassen und hatten eigentlich immer die Oberhand über das Spiel.“