
Noch vor dem Max-Morlock-Stadion war es die Nürnberger Verteidigung, die einem Vollumbau unterzogen wurde. Wesentlicher Bestandteil der neu formierten Kette sollte auch Zugang Giannis Masouras werden, der jedoch bislang hinter den Erwartungen zurückblieb. Stattdessen hat der griechische Routinier weiterhin das Nachsehen gegenüber Eigengewächs Tim Janisch. Zumindest seine Rückenbeschwerden hat Masouras überwunden und stünde für das Heimspiel gegen Hannover 96 am Freitagabend zur Verfügung. Unter dem Strich sind bis auf die beiden Innenverteidiger Styopa Mkrtchyan und Mikayil Faye sowie Winners Osawe alle Spieler einsatzbereit.
Ähnliche Ansprüche, verschiedene Realitäten
Allzu viele Gründe hat FCN-Trainer Miroslav Klose allerdings nicht, seine Startelf umzugestalten. Vielmehr dürfte der Weltmeister von 2014 erneut auf dieselben Akteure vertrauen, die eine Woche zuvor dicht am Auswärtssieg in Kiel waren. Und das, obwohl der Club infolge einer Unachtsamkeit zwischenzeitlich in Rückstand geraten war: „Wir waren in einer Umschaltsituation nicht aufmerksam und sind direkt bestraft worden“, konstatierte Klose auf der Pressekonferenz vor Spieltag fünf. „Das hat uns gezeigt, dass wir in der Defensive noch ein bisschen schneller im Kopf sein müssen.“ Dennoch zeigte sich der 48-Jährige alles in allem zufrieden mit den defensiven Fortschritten. Ohnehin sind es eher Luxusprobleme, die den FCN in der Saison-Frühphase beschäftigen. Der Altmeister ist nach vier Ligaspielen noch immer ungeschlagen und hat bereits zehn Punkte gesammelt.
Ähnlich dürfte auch die Anspruchshaltung des Vorjahresvierten aus Hannover gelautet haben. Die Niedersachsen allerdings hinken den hoch gesteckten Erwartungen derzeit hinterher und stehen - mit nur vier Zählern auf dem Konto - im Max-Morlock-Stadion bereits gehörig unter Druck. Medienberichten zufolge könnte Trainer Christian Titz schon den Hut nehmen müssen, sollte ein Erfolgserlebnis erneut ausbleiben. „Sie haben richtig Qualität auf dem Platz und sich viele Chancen herausgespielt, aber waren dann nicht effizient genug vor dem Tor“, warnte Klose dennoch. Zudem verfüge 96 über eine „gute Boxbesetzung“ und stabile Defensive. Im letzten Drittel allerdings drückt der Schuh bei den Niedersachsen, die trotz zahlreicher Abschlüsse erst vier Tore verbuchen konnten.
Klose betont „Konkurrenzkampf“ und „Demut“
Währenddessen ließ der Club seinen Anhang bereits stolze 13 Mal jubeln. Nicht zuletzt ist es der bestens aufgelegten Offensivabteilung zuzuschreiben, dass der FCN aktuell auf einem Aufstiegsplatz rangiert. Auch insgesamt wirkt die Stammelf schon jetzt erstaunlich homogen. Selbstredend erweckt Klose keinen Anschein, diese auseinander zu wirbeln. Die Leidtragenden des Höhenflugs, wenn man so will, sind demzufolge all jene Akteure, die sich derzeit hinten anstellen müssen. „Es herrscht auf einigen Positionen Konkurrenzkampf“, versichert Klose allerdings. „So muss das auch sein und jeder schmeißt sich rein.“
Gegen Hannover würde derweil ein Heimerfolg genügen, um zumindest vorübergehend die Tabellenführung zu übernehmen. Bei all den Positiverlebnissen der vergangenen Wochen weiß der Chefcoach um den Faktor „Demut“, die beim Club in hohem Maße vorhanden sei. „Ich habe ein gutes Auge dafür, dass die Mannschaft nicht abhebt“, beteuert Klose. „Die Jungs trainieren gut und sind sehr aufmerksam. Sie haben auch eine gute Spielfreude und die Mischung stimmt aktuell. Genau das wollen wir morgen ins Spiel bringen.“