Nürnberg - Monatelang rankten sich Gerüchte um seinen Abschied, letztlich blieb Mohamed Ali Zoma doch beim Club. Nun sprach der 22-Jährige über das Gefühlschaos nach dem Wechselverbot und seine Ziele mit dem FCN.

Wenn Mohamed Ali Zoma auf seiner linken Außenbahn den Ball erhält, erhebt sich das Max-Morlock-Stadion in weiser Voraussicht. Schließlich wird gleich etwas passieren. So gesehen in beiden Heimspielen der noch jungen Saison, als der Offensivspieler mit unwiderstehlichen Tempodribblings nach innen zog und dabei gleich mehrere Gegenspieler zu Statisten degradierte. Der erfolgreiche Abschluss in die kurze Ecke, diese wählte Zoma zumindest für seine Saisontreffer eins und vier, scheint mittlerweile fast schon Formsache.

Zoma über Wechselverbot: „Keine einfach Situation“

Nachdem Zomas Qualitäten nicht erst seit Rundenbeginn zum Vorschein treten, musste der Club um den Verbleib seines Top-Torjägers kämpfen - und tat das. Selbst ein kolportiertes 20-Millionen-Angebot aus England ließen die Nürnberger Verantwortlichen um Joti Chatzialexiou abblitzen. Dass der Angreifer persönlich gerne in höhere Gefilde aufgebrochen wäre, ist ein offenes Geheimnis und ließ sich etwa anhand eines äußerst verhaltenen Torjubels ablesen. „Die Situation zum Ende des Transferfensters war keine einfache für mich“, wird Zoma von Vereinsseite zitiert. Gleichwohl habe er stets betont, glücklich beim Club und in der Mannschaft zu sein.

In Kiel, wo der Italiener selbst torlos blieb, war das Bild schon wieder ein anderes. Zoma herzte Mittelfeld-Ass Adam Markhiev nach dessen Führungstreffer ausgiebig. „Ich habe hier eine Verantwortung, weil die Mannschaft und das Trainerteam Vertrauen und Hoffnung in mich haben“, unterstrich Zoma. Das nicht ganz risikofreie Vorgehen der Franken, den Spieler gegen seinen Willen zu halten, könnte sich also bezahlt machen. Schließlich wirkt es, als hätte sich der Flügelflitzer inzwischen mit einem weiteren Jahr am Valznerweiher arrangiert. „Gute Leistungen und Tore helfen auch mir in meiner Entwicklung“, erklärt Zoma und betont: „Über allem steht aber der Erfolg als Mannschaft. Deswegen möchte ich mit meinen Qualitäten dazu beitragen.“

Die Ursprünge der Nürnberger Erfolgswelle

Die Frühphase der angebrochenen Spielzeit stimmt dahingehend optimistisch. Anfängliche Bedenken, wonach die Klose-Elf zu abhängig von Zoma wäre, scheinen zudem überzogen. Vielmehr ist es das mittelfränkische Kollektiv, das den Nürnberger Anhang leise träumen lässt. Der Grundstein für den derzeitigen Höhenflug wurde bereits im Vorjahr gelegt: „Wir haben über die vergangene Saison hinweg einen starken Zusammenhalt entwickelt. Es war wichtig, dass wir als Gruppe größtenteils zusammengeblieben sind. Das merkt man nun.“

Ganz ohne Abgänge ging es dennoch nicht: Die mit der Zeit immer besser harmonierende Innenverteidigung um Luka Lochoshvili und Fabio Gruber musste ersetzt werden. Dazu kamen die beiden Leihabgänge von Berkay Yilmaz sowie Henri Koudossou. Anders als im Vorjahr stand das Kader-Gerüst diesmal jedoch frühzeitig, was sich nun auf den Platz überträgt: „Wir sind in einer guten Form und hatten einen guten Saisonstart. Diese Form gilt es jetzt, so lange wie möglich mitzunehmen“, gibt Zoma die Marschroute vor. Gleichzeitig wisse man „aber, dass es in dieser Saison auch schwierige Situationen geben wird. Dennoch denke ich, dass wir als Gruppe stark genug sind, um diese Situationen dann gemeinsam zu überwinden.“