
Kaum ein FCN-Akteur freut sich so authentisch wie Tim Janisch. Beim 4:1-Erfolg über Arminia Bielefeld konnte der 21-Jährige dies wieder einmal demonstrieren, als er nach seinem Treffer zum 2:0 euphorisch zum Knierutscher ansetzte. Es war das zweite Profitor seiner noch jungen Laufbahn. Zuletzt hatte Janisch im vergangenen November in Dresden getroffen. „Unsere Trainer sagen immer: ‚Geh nach vorne mit, geh nach vorne mit.‘ Jetzt hat es gut geklappt. Das kann gerne jedes Spiel so sein“, gab der gebürtige Franke der Bild-Zeitung einen Einblick.
Ein Sommer kann alles verändern
Dass Janisch in allen vier Pflichtspielen zur Stammelf zählen würde, war so nicht vorhersehbar. Ursprünglich schien sich vielmehr anzubahnen, dass sich die Wege zwischen dem Rechtsverteidiger und seinem Herzensverein trennen würden - wenn auch nur temporär. Eine Leihe sollte dem Nürnberger Eigengewächs zu mehr Spielzeit verhelfen. Janisch aber kam verändert aus der Sommerpause und überzeugte Trainer Miroslav Klose derart von sich, dass dieser sein Veto einlegte.
Neuzugang Giannis Masouras, selbst mit großem Offensivdrang ausgestattet, schien in der Hackordnung zunächst ganz oben. Inzwischen wurde er von Janisch überflügelt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich der Blondschopf häufiger ins Angriffsspiel einschaltet als noch in der vergangenen Saison: „Ich bin ja kein gelernter Verteidiger, sondern komme ja eigentlich von der Offensive“, erinnert Janisch. Sein überlegter Abschluss gegen Bielefeld, als er das Spielgerät in bester Angreifer-Manier ins lange Eck setzte, lässt Janischs Vergangenheit erahnen.
Die wiedergefundene Angriffslust drückt sich auch darin aus, dass der Youngster mittlerweile öfter flankt und aufs Tor schießt. Seine Hereingaben haben im Vergleich zum Vorjahr zudem an Präzision gewonnen, wenn auch die Stichprobengröße noch gering ist. „Wir wissen, was ein Tor mit einem macht“, deutete auch Club-Coach Klose an und bremste zugleich: „Giannis ist hinten dran. Tim darf sich keinen Millimeter zurücklehnen.“
Für Janisch wäre der Aufstieg „natürlich ein Traum“
Am derzeitigen Nürnberger Höhenflug hat jedenfalls auch Janisch keinen unbedeutenden Anteil. Wie lange dieser anhalten kann, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. „Natürlich wäre es ein Traum für mich, irgendwann mit diesem Verein aufzusteigen“, gibt Janisch unumwunden zu. „Ob es dieses Jahr ist, ob es in fünf Jahren ist, weiß man nicht. Aber ich bin zuversichtlich.“