
„Amazing“ lautete der erste Ausdruck, der Adam Markhiev beim Gedanken an seine beiden Treffer in den Sinn kam. „Normalerweise erziele ich keine Tore und schieße nicht einmal. Nun habe ich schon jetzt mehr Tore als in der ganzen vergangenen Saison“, freute sich der Mittelfeld-Stratege über sein gegen Bielefeld entdecktes Torjäger-Gen. Zwei Mal fasste sich der finnische Nationalspieler ein Herz aus der Distanz, in beiden Fällen wurde er belohnt. Seinen Versuch in Spielminute 38 fälschte Gegenspieler Russo noch entscheidend ab. Mitte der zweiten Halbzeit legte Markhiev dann nach: Per fulminanter Direktabnahme beseitigte der Taktgeber die letzten Restzweifel am dritten Nürnberger Saisonsieg.
Gut spielen und gewinnen
Auch wenn sich der Club im Anschluss noch einen seltenen Schönheitsfehler leistete, stand letztlich ein im Ergebnis deutlicher 4:1-Erfolg. „Bielefeld war viel besser, als es das Resultat sagt“, räumte der Abräumer ein. Dass der zweite Heimdreier dennoch nie ernsthaft in Gefahr geriet, spricht für den Werdegang der Klose-Elf. Diese verstand es einmal mehr ausgezeichnet, die sich bietenden Gelegenheiten kaltschnäuzig zu nutzen - ganz anders als noch vor einem Jahr: „Soweit ich mich erinnern kann, haben wir auch zu Beginn der letzten Saison gut gespielt, aber dann verloren. Jetzt können wir diese Spiele gewinnen“, zog Markhiev Parallelen.
Bereits nach etwas mehr als 20 Minuten stellte der aufgerückte Tim Janisch auf 2:0, ehe Markhievs erster Streich schon vorentscheidenden Charakter hatte. „Das zweite Tor war sehr wichtig und es war ebenso wichtig, kein Gegentor in der ersten Halbzeit zu kassieren“, betonte der Mittelfeldmann. Wie schon an Spieltag eins gegen Dresden gelang es dem Club, die wenigen brenzligen Szenen unbeschadet zu überstehen. Der weiterhin glänzend aufgelegte Jan Reichert hatte freilich seinen Anteil daran. Dass sich der Nürnberger Kapitän in Minute 76 doch noch geschlagen geben musste, war zu diesem Zeitpunkt schon verkraftbar - wenn auch der Schlussmann lautstark mit den Vorderleuten schimpfte.
Markhiev gelobt Bescheidenheit - Zoma vor Verbleib
„Wir spielen sehr gerne zusammen und das kann jeder sehen“, versuchte sich Markhiev an einer Erklärung für den Nürnberger Höhenflug. „Ich bin sehr glücklich, dass wir die Spiele gewonnen haben. Jetzt haben wir neun Punkte und ich hoffe, es läuft genauso weiter.“ Bescheiden müsse man zudem bleiben, legte sich der Mittelfeldstratege fest, der einmal mehr traumwandlerisch sicher agierte - sagenhafte 58 seiner 59 Zuspiele fanden den Weg zum Mitspieler.
Unter ihnen auch Mohamed Zoma, dessen Verbleib beim Club nun beschlossene Sache scheint. Sportvorstand Joti Chatzialexiou verkündete am Sky-Mikrofon, dass man den 22-Jährigen Italiener nicht abgeben werde. „Das ist sehr wichtig für uns, weil er ein toller Spieler ist“, begrüßte Markhiev die Entscheidung der Verantwortlichen und hob besonders die Bedeutung Zomas für das Mannschaftsgefüge hervor.
Wie weit also kann es für den FCN im dritten Klose-Jahr gehen? Nicht nur siegt der Club inzwischen im viel bemühten Stile einer Spitzenmannschaft, er hält zudem das Gros seiner Leistungsträger zusammen - mancher Anhänger dürfte sich verwundert die Augen reiben. „Wir haben in diesem Jahr ein unglaubliches Team mit sehr viel Qualität und einen tollen Teamgeist“, schwärmte Markhiev und ließ grinsend verlauten: „Ich denke, die anderen Teams fürchten sich schon etwas vor uns.“