Nürnberg - Ein ehemaliger Nationalspieler hat über einen aktuellen gesprochen - und kaum ein gutes Haar an ihm gelassen: Robert Huth übte in einem Podcast reichlich Kritik an Florian Wirtz.

Mit 17 Jahren debütierte Florian Wirtz in der Bundesliga, mit 18 für die Nationalmannschaft. Im Trikot von Bayer Leverkusen sammelte er 122 Scorerpunkte in 197 Pflichtspielen. Phantastische Zahlen, die dafür sorgten, dass nicht wenige Experten dem talentierten Kreativspieler eine Weltkarriere voraussagten. Tatsächlich folgte im vergangenen Sommer der erste große Schritt auf diesem Weg: Mit 22 Jahren wechselte Wirtz für 125 Millionen Euro zum großen FC Liverpool in die Premier League. Doch seitdem ist der steile Aufstieg des 23-Jährigen ins Stocken geraten. Denn bei den Reds tut Wirtz sich schwer, trotz 18 Scorern in 51 Partien wusste der Offensivmann nur selten zu überzeugen. Und auch im DFB-Dress ist Sand im Getriebe, bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika blieb er hinter den Erwartungen.

Die Kritik an Wirtz wurde in den vergangenen Monaten sukzessive lauter - und ist nun um eine prominente Stimme reicher: Robert Huth, einst selbst Nationalspieler und lange in der Premier League (unter anderem beim FC Chelsea und Leicester City) aktiv, äußerte sich nach dem ersten Spieltag der neuen Premier-League-Saison im Podcast „In The Mixer“ von All Out Football über den Liverpool-Star. Und sparte dabei nicht mit Kritik: „Mir fällt es schwer, zu sehen, wie er das Blatt wenden will. Ich denke, er ist offensichtlich ein guter Spieler, hat gute Ballaktionen, aber seine Körperlichkeit ist ein echtes Problem.“ Von besagter Körperlichkeit habe Huth bei Wirtz „überhaupt nichts gesehen.“ Gut habe Wirtz vor allem dann ausgesehen, wenn er von anderen Spielern in Szene gesetzt worden sei.

Huth fehlt deshalb auch der Glaube, dass Wirtz im Trikot der Reds die Dinge in der neuen Saison zum Besseren wenden kann. „Manchmal sieht man etwas und sagt, ‚es braucht nur etwas Zeit.‘ Aber bei ihm habe ich nichts gesehen, was mich denken lässt, dieses Jahr wird in Ordnung.“ Huth holte weiter aus und kritisierte die Körpersprache des Ex-Leverkuseners, „besonders, wenn es gegen ihn läuft.“ Wirtz habe „nicht die Intensität gezeigt, die mich glauben lässt, dass er dieses Jahr noch Fortschritte machen wird.“ Auch hinsichtlich der hohen Ablösesumme, die Liverpool für den 23-Jährigen aufgewendet hat, lautet Huths düstere Prognose: „Wenn sich herausstellt, dass er sich nicht verbessert, wird er zum teuren Problem für Liverpool, denn sie haben viel Geld für ihn ausgegeben.“ Er hält es deshalb für möglich, dass das Kapitel FC Liverpool für Florian Wirtz bereits im Winter wieder enden könnte.

Bei aller Kritik gab Huth dem Offensivstar zumindest noch einen Tipp mit auf den Weg: „Wenn die Dinge gegen dich laufen, sei einfach eklig auf dem Platz. Du kannst als Flügelspieler eklig sein. Du kannst zurückrennen, du kannst deinem (gegnerischen, d. Red.) Außenverteidiger Probleme bereiten. Du kannst wenigstens einen Einwurf, einen Freistoß herausholen. Sei 90 Minuten lang lästig.“