Röthenbach a.d.Pegnitz - In fünf Bundesländern hat eine Gruppe gegen Waffenlieferungen nach Israel demonstriert - auch an einem Standort in Röthenbach. Die Polizei wollte die Veranstaltung auflösen, dabei gab es jedoch Schwierigkeiten.

„Kein Profit mit Völkermord“, „Rheinmetall entwaffnen“ oder „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“ - mit diesen Parolen sollen am Freitagmorgen rund 20 Menschen vor einem Rüstungskonzern in Röthenbach an der Pegnitz demonstriert haben, so die Polizei Mittelfranken. Die Einsatzkräfte hätten die Versammlung aufgelöst.

Laut eigenen Angaben sei die Gruppe „Peacefully Against Genocide“ für die Aktion verantwortlich gewesen. Sie versammelten sich vor dem Diehl-Gelände in der Fischbachstraße. In Röthenbach sitzt das Gemeinschaftsunternehmen „EuroSpike“, an dem neben Diehl auch Rheinmetall beteiligt ist. Das israelische Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems arbeitet mit dem Unternehmen zusammen.

„Der Protest ist Teil bundesweiter Proteste, mit denen die Gruppe an diesem Morgen zeitgleich in mehreren Bundesländern Rüstungsfabriken blockiert“, schreibt „Peacefully Against Genocide“ in einem Beitrag auf Instagram. In fünf Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern) sollen die Proteste vor Rüstungsfabriken stattgefunden haben. „Peacefully Against Genocide“ setzt sich gegen deutsche Waffenlieferung an Israel ein. Mehrere Beiträge der Gruppe auf Instagram deuten auf eine pro-palästinensische Ausrichtung hin.

Pro-Palästina-Aktivisten blockieren Rüstungsbetr
<p>Die festgeklebten Hände der Demonstrierenden ließen sich nicht immer direkt vom Asphalt lösen.</p> © Felix Besold/NEWS5

Neun der Demonstrierenden hätten sich bei der Aktion in Röthenbach auf der Zufahrt festgeklebt, so die Polizei Mittelfranken. Die Klebeverbindungen von vier Teilnehmenden ließen sich dabei nicht lösen, weshalb eine Motorflex zum Einsatz gekommen sei, schildert die Polizei. Die Personen seien mitsamt Teilen des Fahrbahnbelags von der Zufahrt entfernt worden. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei niemand. Den Teilnehmenden wurden alternative Flächen für ihren Protest zugewiesen. Dort hätten sie ihre Versammlung abschließen können.

Durch die Aktion seien Beschädigungen an der Fahrbahn entstanden. Der städtische Bauhof reparierte die betroffenen Stellen laut Polizei zunächst provisorisch. Im Nachgang müsse die Straße aufwändiger instand gesetzt werden. Die Betriebsabläufe des Unternehmens seien durch die Protest-Aktion nicht beeinträchtigt worden. Ermittlungen zu den genauen Abläufen sowie möglichen strafrechtlichen Konsequenzen und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz laufen bereits.


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