
Nach seinem Raketenstart beim 3:0 über Dynamo Dresden ließ es Mohamed Zoma im Frankenderby etwas ruhiger angehen. Da aber diesmal die Kollegen - allen voran Julian Justvan und Piet Scobel - einsprangen, fuhr der FCN den nächsten Dreier ein. Der geglückte Saisonstart weckt bereits vielerorts die Sehnsucht nach dem nächsten großen Wurf.
Chatzialexiou will Zoma „nicht abgeben“
Ob der Club tatsächlich Chancen darauf hat, ins Oberhaus zurückzukehren, dürfte auch an seinem Top-Torjäger hängen. Zomas Zukunft ist noch immer nicht geklärt, die Gerüchteküche aber längst heiß gelaufen. Nun gab Sportvorstand Joti Chatzialexiou im Interview mit BR24 neue Wasserstandsmeldungen ab: „Ich bin zuversichtlich, weil es im Moment keine konkreten Themen gibt, mit denen ich mich beschäftigen muss.“
Zuletzt hatte die Bild-Zeitung berichtet, dass die derzeit heißeste Spur in die französische Ligue 1 führe. Konkretisiert scheint sich jedoch keine der Avancen zu haben. „Ich beschäftige mich erst mit dem Thema, wenn eine sehr, sehr hohe Summe für den 1. FC Nürnberg zu tragen kommt. Das ist im Moment nicht der Fall“, bekräftigte Chatzialexiou und schob hinterher: „Das ist auch gut so, weil wir Momo nicht abgeben wollen.“
„Keiner ist unverkäuflich“ - FCN hat 20-Millionen-Marke vor Augen
Anfang August hatte Aufsichtsratchef Peter Maier exklusiv gegenüber nn.de eine mögliche Ablösesumme von 20 Millionen Euro ins Spiel gebracht. Angesprochen auf das stattliche Preisschild stellte Chatzialexiou klar, „meistens keine Summen“ verkünden zu wollen. Bei seinem Offensivstar aber macht der 50-Jährige eine Ausnahme: „In dem Fall kann ich sagen, dass das eine Summe ist, die ich mir vorstelle. Ich glaube, dass Momo mindestens diesen Betrag verdient.“ Sobald Klubs „bereit sind, das zu bezahlen“, müsse man sich demzufolge unterhalten. „Am Ende sind wir der 1. FC Nürnberg und ein Ausbildungsverein. Bei uns ist keiner unverkäuflich“, gab der Sportvorstand unumwunden zu.
Und Zoma selbst? Der 22-Jährige macht derzeit nicht den geringsten Anschein, mit seinem Kopf schon weit weg vom Valznerweiher zu sein. „Er beweist im Training, in der Kabine und in den Spielen, dass er gerne hier ist“, versichert Chatzialexiou. Andererseits verzichtet der Italiener mit ivorischen Wurzeln gleichermaßen auf ein klares Bekenntnis zum Club. Sollten die Rahmenbedingungen stimmen, wäre der Offensivspieler einer Luftveränderung wohl nicht gänzlich abgeneigt. Einem Verbleib allerdings ebenso wenig, wie Chatzialexiou betont: „Ich glaube, Momo sieht selber, dass er gut aufgehoben ist, dass er hier einfach auch einen hohen Stellenwert hat innerhalb des Vereins, auch in der Region und bei den Fans.“
Club auf Pokal-Wiedergutmachung aus
Diese wollen schließlich weiterhin träumen dürfen. Zunächst einmal vom Weiterkommen im DFB-Pokal, das das Überspringen der Hürde Viktoria Köln voraussetzt. Mit an Bord ist dann natürlich auch Zoma. Der Flügelspieler steht vor seiner Pokal-Premiere, nachdem er beim vorjährigen Erstrunden-Fiasko in Illertissen noch nicht für den FCN unterschrieben hatte. Nun soll Zoma dabei behilflich sein, zumindest die fränkische Sehnsucht nach Pokalrunde zwei zu stillen.