Cochstedt - Drohnen können zur Gefahr für Flughäfen und andere Infrastruktur werden. Ein neues Technologiezentrum in Sachsen-Anhalt soll helfen, bei ihrer Erkennung und Abwehr voranzukommen.

Ein neues Technologiezentrum für Drohnensicherheit ist im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt eröffnet worden. Am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sollen Technologien zur sicheren Nutzung sowie zur Erkennung und Abwehr von Drohnen entwickelt und erprobt werden.

Bis zu zehn Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in den Ausbau fließen. Zudem sollen bis zu 40 neue Arbeitsplätze entstehen. Das Technologiezentrum arbeitet neben Cochstedt auch am DLR-Standort Braunschweig.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete Deutschland bei der Eröffnung als tägliche Zielscheibe hybrider Angriffe. Wegen seiner zentralen Rolle für die wirtschaftliche, politische und sicherheitspolitische Stabilität Europas stehe das Land besonders im Fokus. „Wer auf Deutschland zielt, der trifft ganz Europa“, sagte Dobrindt.

Forschung für den Ernstfall

Der Bundesinnenminister sprach von einem technologischen Wettrüsten zwischen Drohnenabwehr und Technik, mit der diese Abwehr überwunden werden soll. Cochstedt werde deshalb ein „zentraler Baustein der Sicherheitsarchitektur“ gegen hybride Bedrohungen durch Drohnen.

Wie aktuell das Thema ist, zeigte sich zuletzt am Flughafen Leipzig/Halle. Dort war eine umgebaute und mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft spricht von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.

Das neue Zentrum bildet die Forschungssäule einer Drei-Säulen-Strategie des Bundes. Dazu gehören auch eine mobile Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei und ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern.