
Gerade, wenn es beim Gassigehen mit dem geliebten Vierbeiner einmal schnell gehen muss, Termine anstehen, es besonders heiß ist oder man verabredet ist, ist es oftmals nervenaufreibend, wenn der Hund anfängt, alle paar Meter stehen zu bleiben und die Umgebung abzuschnüffeln. Genau das ist für Hunde aber essenziell und ein gutes Training für das Gehirn. Zudem sorgt es für das Wohlbefinden des Hundes - es ist also weit mehr als pure Trödelei.
Laut der Tierrechtsorganisation Peta besitzen Hunde etwa zehnmal mehr Riechzellen als Menschen. Nicht nur zuhause, sondern vor allem in der Natur gibt es daher einiges für die Vierbeiner zu erschnüffeln. Demnach ist das Riechen für die Hunde „vergleichbar mit dem Lesen einer Zeitung oder dem Austausch mit Freund:innen“, heißt es auf dem Portal weiter.
Dem Portal Petbook zufolge sorgt das Schnüffeln außerdem für einen Ausgleich und dafür, dass Hunde zufriedener sind. Demnach atmen Hunde, wenn sie intensiv schnüffeln, bis zu 300 Mal pro Minute ein.
Das Schnüffeln sollte laut Peta-Fachreferentin Jana Hoger daher nicht nur zugelassen werden - auch, wenn es beim täglichen Gassigehen zu Verzögerungen führen kann - sondern sogar gefördert werden. „Das gilt für alle Hunde - unabhängig von Alter, Größe oder Rasse“, schreibt Petbook dazu. Das Fördern gilt vor allem für ältere und kleinere Tiere. Sie sollten nicht dauerhaft getragen werden, sondern ihnen sollte die Möglichkeit verschafft werden, sich in ihrer Umgebung ordentlich umzuschauen, Gerüche wahrzunehmen und sich zu erkunden.
Hunde unterstützen: Das können Halterinnen und Halter tun
Dabei kann der Hund auch sehr gut unterstützt werden. Etwa bei der Wahl der Route: Wenn du eine Route wählst, auf der möglicherweise viele Wildtiere unterwegs sind, schaffst du zusätzliche Anreize für deinen Hund. Und auch Suchspiele sind dafür perfekt geeignet - natürlich vor allem, wenn Halterinnen und Halter sich dafür ausreichend Zeit nehmen können und es auch nicht allzu heiß für den Hund wird.
Hierfür können beispielsweise Leckerlis versteckt werden. Wenn sichergestellt werden kann, dass keine weiteren Leckerchen versteckt sind, können die eigenen entlang einer sichtbaren und kurzen Strecke an verschiedenen Stellen versteckt werden - das fördert die Nasen- und vor allem Gehirnarbeit des Tieres.
Auch mit etwas weniger Aufwand lassen sich die Sinne des Hundes anregen. Wer oftmals nur Zeit für kurze Strecken hat, der sollte möglichst verschiedene Strecken wählen. Durch die unterschiedlichen Orte gibt es immer wieder neue Gerüche und Eindrücke für die Tiere. Die neuen Wege können das Erlebnis für den Hund definitiv spannender gestalten.
Wichtig ist aber auch: Jedes Tier sollte in seinem eigenen Tempo „arbeiten“ können. Nicht bei jeder einzelnen Runde sollte das Schnüffeln zwingend gefördert werden, ein Hund sollte aber auch nicht davon abgehalten werden, wenn er selbstständig schnüffelt. Ständige neue Runden sowie das Auslegen von Leckerlis sind aktive Förderungen, die schnell auch zu Stress führen können, schreibt Petbook.


