
Ein Regionalzug ist am Dienstagnachmittag bei Manching (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) mit einem Auto zusammengestoßen. Nach Angaben der Verkehrspolizei Ingolstadt hatte der 65-jährige Autofahrer gegen 14.10 Uhr trotz geschlossener Halbschranke versucht, den Bahnübergang zu überqueren. Gleichzeitig näherte sich ein Agilis-Zug mit 132 Menschen an Bord aus Ingolstadt kommend in Richtung Regensburg. Trotz einer Notbremsung konnte der Lokführer den Zusammenstoß nicht mehr verhindern.
Der Zug war zu diesem Zeitpunkt mit rund 120 Stundenkilometern unterwegs. Durch den Aufprall wurde das Auto nach links geschleudert und blieb auf der Seite liegen. Der Fahrer wurde in seinem Wagen eingeschlossen und musste von der Feuerwehr mit schwerem Gerät befreit werden. Anschließend brachte ihn ein Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus.
Das Auto sei zerstört, der Mann aber nach dem ersten Eindruck ohne schwere Verletzungen davongekommen, sagte ein Polizeisprecher: „Da hatten ein paar Schutzengel Zeit, die sich alle gemeinsam um den Mann gekümmert haben“, zitiert die dpa.
132 Fahrgäste müssen im Zug ausharren
Der Zug kam etwa 400 Meter nach der Unfallstelle auf freier Strecke zum Stillstand. Die 132 Fahrgäste blieben nach aktuellem Kenntnisstand unverletzt, mussten aber rund eineinhalb Stunden im Inneren verweilen. Die Klimaanlage soll immerhin auch nach dem Unfall funktioniert haben. Die Passagiere wurden durch die Feuerwehr evakuiert und mit Bussen zum Bahnhof in Vohburg weiterbefördert, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.
Die Bahnstrecke zwischen Ingolstadt und Regensburg sowie die angrenzende Kreisstraße waren für die Unfallaufnahme und die Bergungsarbeiten rund fünfeinhalb Stunden gesperrt. Durch den Unfall entstand Sachschaden im hohen fünfstelligen Bereich.
Warum das Auto trotz geschlossener Schranke in den Gleisbereich gelangte, ist bislang unklar. Ein Gutachter soll nun helfen, den Unfallhergang zu rekonstruieren. Hinweise auf eine technische Störung gibt es bislang nicht. Gegen den 65-Jährigen wird wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr ermittelt. Die Verkehrspolizei Ingolstadt untersucht nun, wie es zu dem Unfall kommen konnte.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 11. August um 20.50 Uhr mit neuen Informationen der Polizei aktualisiert.
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