
Hinter Marktführer Cube gehört Fischer hierzulande zu einer der beliebtesten E-Bike-Marken. Der Hersteller aus der Pfalz positioniert sich im Einstiegssegment ab 1000 Euro. Immer noch viel Geld, doch Elektrofahrräder von Cube liegen eher in der Preisklasse 1500 bis 3200 Euro. Muss man also mindestens einen Tausender investieren, wenn man ein neues E-Bike fahren möchte?
Muss man nicht. Bei Amazon gibt es wieder ein E-Bike, das sich Sparfüchse aktuell für nur 649 Euro sichern können. Es unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum vom Fischer CITA 2403 für knapp über 1000 Euro. Merkt man die rund 350 Euro Unterschied dennoch bei der Ausstattung oder zahlt man bei Fischer einfach den Markennamen mit? Dieser Frage bin ich auf den Grund gegangen.
Akku und Reichweite: Wer hält länger durch?
Beim Akku liegen beide E-Bikes nah beieinander. Das HillMiles-Elektrofahrrad verbaut einen 36V-Akku mit 13Ah, umgerechnet 468 Wh, und kommt damit auf bis zu 100 km im Unterstützungsmodus. Fischer setzt beim CITA 2403 auf einen 48V-Akku mit 459 Wh, der laut Hersteller bis zu 120 km schafft. Auf dem Papier hat Fischer hier die Nase leicht vorn, in der Praxis hängt die tatsächliche Reichweite ohnehin stark von Fahrergewicht, Steigung und gewähltem Unterstützungsmodus ab.
Motor und Schaltung: Kraftvoll unterwegs in der Stadt
Fischers CITA 2403 setzt auf einen Frontmotor mit 40 Nm Drehmoment und eine zuverlässige Shimano-Nabenschaltung mit 7 Gängen. Beim E-Bike von HillMiles gibt das Datenblatt zwar keine exakte Nm-Zahl an, dafür aber fünf Fahrmodi kombiniert mit ebenfalls sieben Gängen – wer zwischen entspannt und sportlich wechseln möchte, hat hier mehr Feineinstellung zur Verfügung.
Bremsen und Sicherheit: Hier zeigt sich der Preisunterschied
Beim Bremssystem wird der Preisunterschied greifbar. Das Elektrofahrrad von Fischer setzt auf eine hydraulische Scheibenbremse von Shimano, die über eine geschlossene Bremsflüssigkeitsleitung arbeitet: weniger Handkraft nötig, kürzerer Bremsweg, konstante Leistung auch bei Nässe. Dagegen bremst das HillMiles-Bike mechanisch über Bowdenzug – funktional völlig ausreichend im Alltag, verlangt aber mehr Handkraft und muss mit der Zeit nachjustiert werden.
Bei einem E-Bike mit Motorunterstützung und entsprechend höherem Tempo ist das ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte. Auch bei der Beleuchtung punktet Fischer mit einer 90-Lux-Lichtanlage plus Reflexstreifen, während das HillMiles lediglich einen LED-Frontscheinwerfer ohne genaue Lux-Angabe mitbringt.
Komfort und Ausstattung: Beide setzen auf Federung vorne
Bei der Federung liegen beide E-Bikes näher beieinander als gedacht: Fischer verbaut beim CITA 2403 vorne die Federgabel Suntour NEX-E25, sie federt Unebenheiten im Stadtverkehr ab. Hinten bleibt es beim klassischen Hardtail, für den Einsatzbereich Stadt eine typische und sinnvolle Lösung. Auch das HillMiles-Elektrofahrrad setzt vorne auf eine gefederte Gabel, ebenfalls ohne Hinterradfederung. In Sachen Fahrkomfort auf Stadtasphalt und leichten Feldwegen unterscheiden sich beide E-Bikes hier also kaum.
Beim Rest der Ausstattung zeigen sich dennoch Unterschiede: Das HillMiles-Fahrrad ist zusätzlich nach IP65 gegen Wasser geschützt und bringt einen Gepäckträger mit 25 kg Zuladung mit. Fischer punktet dafür bei der maximalen Zuladung mit 150 kg gegenüber 120 kg beim HillMiles, wiegt mit 32,9 kg allerdings auch spürbar mehr als das 27 kg leichte HillMiles.
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Bewertungen: Wenig Stimmen, aber positive Erfahrungen
Mit 4,1 Sternen liegen beide E-Bikes bei der Kundenzufriedenheit gleichauf – allerdings bei sehr unterschiedlicher Noten-Anzahl. Fischer CITA 2403 kommt auf 10 Bewertungen, das HillMiles auf 25 Sterne-Bewertungen . Beide Werte sind für eine verlässliche Einschätzung eigentlich zu klein, ehrlicherweise muss man das so sagen. Wer sich die Mühe macht und die Rezensionen liest, findet bei Fischer aber durchaus aussagekräftige Stimmen. Eine Käuferin schreibt etwa:
„Ich bin super zufrieden mit meinem Fischer-E-Bike. Die Lieferung hat problemlos geklappt und das Fahrrad macht einen qualitativ sehr hochwertigen Eindruck. Der Motor unterstützt kraftvoll und der Akku hält genau das, was er verspricht – ideal für alltägliche Fahrten und längere Touren, auch mit Kind auf dem Rücksitz überhaupt kein Problem. Man sitzt sehr bequem und das Fahrgefühl ist einfach klasse. Für diesen Preis bekommt man hier wirklich ein Top-E-Bike.“
Eine Empfehlung, die den höheren Preis von 1013,06 Euro des Fischer CITA 2403 nachvollziehbar macht. Für das HillMiles-E-Bike fehlen bislang vergleichbar ausführliche Erfahrungsberichte – ein Punkt, den man bei einer noch jungen Marke im Hinterkopf behalten sollte.
Mit 50-Euro-Coupon: E-Bike für 649 Euro
Für wen lohnt sich das günstigere E-Bike – und für wen nicht?
Wer täglich in der Stadt pendelt, gelegentlich Einkäufe transportiert und dabei nicht jeden Cent für Marken-Bremsen und Lux-Zahlen ausgeben möchte, bekommt mit dem HillMiles für 649 Euro bei aktiviertem Rabatt-Coupon ein rundum brauchbares E-Bike. Die 80 bis 100 km Reichweite, die Federung vorne und der wasserfeste IP65-Schutz decken die typischen Anforderungen im Alltag ab, ohne dass man draufzahlt.
Wer dagegen häufiger bei Regen oder in hügeligem Gelände unterwegs ist, öfter mit höherem Tempo bremsen muss oder einfach das gute Gefühl einer etablierten Marke mit über 70 Jahren Erfahrung und hydraulischer Bremsanlage schätzt, für den bleibt der Fischer CITA 2403 trotz der 350 Euro Aufpreis die sicherere Wahl.
Am Ende bleibt es eine Frage des Einsatzzwecks: Für die kurze Fahrt zur Arbeit oder zum Bäcker reicht das günstigere E-Bike völlig aus. Wer sein Rad dagegen als echtes Allround-Fahrzeug für jedes Wetter und jede Strecke sehen möchte, investiert die 350 Euro Aufpreis für den Fischer besser gleich mit.
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