
Rainer Winkler - besser bekannt als „Drachenlord“ - ist längst nicht mehr in Mittelfranken. Sein ehemaliges Haus im Emskirchener Ortsteil Altschauerberg wurde abgerissen. Doch die Auseinandersetzungen rund um den ehemaligen YouTuber sind damit nicht vorbei: Rund 3.500 Menschen haben sich am Samstag (8. August) in Emskirchen zum sogenannten „Schanzenfest“ versammelt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Es kam unter anderem zu Widerstandshandlungen und Angriffen mit Böllern und Flaschen.
Winkler lebte früher in Altschauerberg, einem Gemeindeteil von Emskirchen. Mit seinen Videos und kontroversen Äußerungen hat der 37-Jährige über Jahre für Aufmerksamkeit gesorgt. Gleichzeitig entwickelte sich eine große Gruppe von Kritikern und sogenannten „Hatern“, die den YouTuber aus dem Internet drängen wollte. Immer wieder belagerten sie auch sein damaliges Wohnhaus. 2022 verließ Winkler den Ort, sein ehemaliges Anwesen wurde später abgerissen.
Tausende Menschen versammeln sich zum „Schanzenfest“
Wegen der Ereignisse der vergangenen Jahre hat der Markt Emskirchen eine Allgemeinverfügung erlassen, die Ansammlungen von mehr als acht Personen in bestimmten Bereichen untersagt. Trotzdem versammelten sich am Samstag nach Angaben von Janine Mendel, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, rund 3.500 Menschen zum „Schanzenfest“, wie sie gegenüber der Nachrichtenagentur News5 erklärt.
Die Versammlung begann am Samstagmorgen auf dem Gelände eines örtlichen Supermarktes. Dort kam es unter anderem zu Ladendiebstählen, mehrere Personen wurden von Einsatzkräften in Gewahrsam genommen. Anschließend zog die Menge in Richtung Altschauerberg. Ziel war das ehemalige Anwesen des „Drachenlords“.
Die Polizei riegelte den Ortsteil mit zahlreichen Einsatzkräften, einer Reiterstaffel und Hundeführern ab. Um ein Vordringen der Menschenmenge zum ehemaligen Grundstück und mögliche Krawalle zu verhindern, erteilten die Beamten wiederholt Platzverweise. Dennoch versuchten laut Polizei Hunderte Menschen, über angrenzende Waldstücke nach Altschauerberg zu gelangen.
„Aggressive Stimmung“: Böller und Flaschen gegen Einsatzkräfte
Im weiteren Verlauf spitzte sich die Lage zu. Mendel schilderte gegenüber News5, phasenweise habe eine „aggressive Grundstimmung“ geherrscht. Unbekannte zündeten Böller in den angrenzenden Wäldern. Wegen der trockenen Witterung bestand dabei eine erhöhte Brandgefahr. Zudem wurden Pyrotechnik und Flaschen gezielt auf Polizeibeamte und Dienstpferde geworfen. Nach bisherigen Angaben wurde dabei niemand verletzt. Mehrere Personen wurden festgenommen.
Auf die meisten Teilnehmer dürfte nach Angaben der Polizei eine Ordnungswidrigkeit wegen des Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung zukommen. Diese kann mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden. Flaschen- und Böllerwürfe auf Einsatzkräfte werden dagegen strafrechtlich verfolgt.
„Katz-und-Maus-Spiel“ - Appell der Polizei
Mendel betonte gegenüber News5, dass es beim Einsatz vor allem um den Schutz der Anwohner gehe: „Es gilt für uns, die wenigen Einwohner in Altschauerberg, die über Jahre hier wirklich ganz, ganz viel mitgemacht haben, zu schützen.“
Den Aufrufen zum „Schanzenfest“ in den sozialen Medien folgen nach Einschätzung der Polizei vor allem Jugendliche und junge Männer. Viele von ihnen kämen vermutlich wegen des Nervenkitzels und des erwarteten Konflikts mit der Polizei. „Diese vorwiegend Jugendlichen, die kommen, um dieses Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei zu spielen, die haben hier ihren Spaß. Ein Appell kann nur sein: Bleibt zu Hause, macht was Anständiges mit eurer Zeit und lasst die Einwohner hier in Ruhe“, sagte Mendel.
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