
Der Urlaub ist vorbei, der Rückflug steht an, doch dann kommt die Nachricht, dass sich die Maschine verspätet oder die Verbindung gar ausfällt. Das kostet Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht nur Nerven, sondern kann sich auch finanziell bemerkbar machen: Das Travel-Tech-Unternehmen AirHelp hat laut eigenen Angaben 1996 Passagiere aus Deutschland, Frankreich, Portugal, Spanien, Großbritannien, den USA sowie Brasilien zu ihren Erfahrungen mit Flugstörungen befragt - also welche finanziellen und emotionalen Auswirkungen beispielsweise Flugausfälle, lange Verspätungen oder Gepäckprobleme auf sie hatten.
Demnach wurden unter anderem Flugverspätungen von mehr als zwei Stunden, Annullierungen, verpasste Anschlussflüge, Flugplanänderungen sowie verlorenes oder beschädigtes Gepäck untersucht. Im Fokus der Befragung standen laut AirHelp die finanziellen Folgen von Flugstörungen, Verluste und zusätzliche Ausgaben während der Reise sowie die emotionale Belastung und das Wissen der Passagiere über ihre Fluggastrechte.
Ergebnis der Umfrage: So viel kosten Passagiere Flugstörungen
Das Ergebnis der Umfrage zeigt: 68 Prozent der befragten Fluggäste berichteten von starkem Stress und Frustration, wie AirHelp in einem Pressebericht mitteilt. Gleichzeitig mussten fast drei Viertel (73 Prozent) Zusatzkosten durch Flugverspätungen und Ausfälle tragen. Durchschnittlich entstehen demnach weltweit Zusatzkosten von 514 Euro pro Person durch etwa Umbuchungen, Verdienstausfälle infolge verpasster Arbeitszeit sowie zusätzliche Ausgaben für Verpflegung am Airport und ungeplante Hotelübernachtungen.
In Deutschland liegen die durchschnittlichen zusätzlichen Kosten AirHelp zufolge im Schnitt sogar noch über dem generellen Durchschnitt: Demnach sind es 619 Euro pro Person. 74,7 Prozent der deutschen Passagiere, die von AirHelp befragt wurden, gaben an, infolge ihrer Verspätungen oder Ausfälle finanziell belastet worden zu sein. Damit liege Deutschland über dem europäischen Durchschnitt von 69,8 Prozent, heißt es in der Mitteilung. Die gute Nachricht: Immerhin die emotionale Belastung falle hierzulande niedriger aus als im europäischen Durchschnitt (66 Prozent). Und dennoch berichtet auch in der Bundesrepublik rund jeder Zweite von Stress und Frustration durch Flugstörungen.
Die Umfrage zeigt auch: Kritik trifft die Betreuung durch Fluggesellschaften. Lediglich 31,2 Prozent der Deutschen gaben demnach an, mit der Unterstützung der Airlines während einer Flugstörung zufrieden gewesen zu sein. Andernorts schaut es kaum anders aus: Im EU-Durchschnitt liegt dieser Anteil laut AirHelp bei 31 Prozent. Dabei gilt grundsätzlich die Fluggastrechteverordnung, die Airlines verpflichtet, Fluggäste über ihre Rechte zu informieren - unabhängig davon, ob im Einzelfall ein Anspruch auf Ausgleichs- oder Betreuungsleistungen besteht. „Dennoch scheinen Airlines bislang nur begrenzt zur Verbesserung der Informationslage beizutragen“, schreibt AirHelp dazu. Denn: Nur rund 21 Prozent der Befragten aus Deutschland gaben an, von ihrer Fluggesellschaft im entsprechenden Falle über ihre Rechte informiert worden zu sein.
Passagiere haben Rechte bei Flugstörungen
„Viele Passagiere unterschätzen, welche Rechte ihnen bei Flugstörungen tatsächlich zustehen“, sagt Nina Staub, Fluggastrechtsexpertin bei AirHelp, der Mitteilung zufolge. „Innerhalb der EU haben Reisende bei Verspätungen von mehr als drei Stunden oder bei Flugausfällen Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro pro Person. Außerdem sind Airlines verpflichtet, Betroffene während der Wartezeit zu unterstützen, etwa mit Verpflegung oder einer Hotelunterbringung. Unsere Umfrage zeigt jedoch, dass viele Passagiere darüber nicht ausreichend informiert werden“, so Staub weiter.
Weitere Informationen über die EU-Fluggastrechte finden Passagiere unter anderem auf der offiziellen Seite der Europäischen Union (EU).


