Nürnberg - Sony sorgt mit dem Aus für physische PlayStation-Spiele für einen Aufschrei bei Gamern. Doch sieht es bei Nintendo und der Switch 2 wirklich besser aus?

Ein Paukenschlag ging kürzlich durch die Gaming-Welt: Sony kündigte offiziell an, die Produktion physischer Discs für neue PlayStation-Spiele ab Januar 2028 komplett einzustellen. Betroffen sind zwar nur Neuerscheinungen ab diesem Stichtag, bereits veröffentlichte Spiele bleiben unangetastet. Trotzdem hagelte es massive Kritik von Fans, schließlich verlieren Sammler damit Wiederverkaufswert, Verleihmöglichkeit und ein Stück Spielekultur. Sony hält an dem Plan trotz des massiven Shitstorms fest. Doch wie sieht die Lage eigentlich bei der direkten Konkurrenz aus? Kann man bei der Nintendo Switch 2 seine Spiele wenigstens noch wirklich besitzen?

Nintendo bietet (noch) drei Wege, ein Switch-2-Spiel zu kaufen

Anders als Sony es künftig plant, bietet Nintendo bei der Switch 2 aktuell noch drei verschiedene Kaufmodelle an: die klassische Cartridge mit vollständigen Spieldaten, die sogenannte Softwareschlüssel-Karte und den reinen Download aus dem Nintendo eShop. Klingt nach einer komfortablen Auswahl, doch je nach Modell unterscheiden sich die Rechte der Käufer teils erheblich.

Klassische Cartridge für Nintendo Switch 2: Aber auch hier lauert ein Haken

Bei einer klassischen Game Card für die Switch 2 befindet sich das komplette Spiel physisch auf dem Modul, ganz ohne Download. Genau das hat zuletzt etwa Indiana Jones und der Große Kreis bei seinem Switch-2-Release positiv aufgezeigt und bei vielen Fans für Erleichterung gesorgt. Doch selbst bei einer vollwertigen Cartridge braucht es meist noch einen Day-One-Patch aus dem Nintendo eShop, damit das Spiel fehlerfrei läuft. Zudem stoßen die Module bei besonders datenintensiven Spielen an ihre Grenzen: Maximal 64 Gigabyte passen auf eine Switch-2-Cartridge, das ist für viele moderne AAA-Titel einfach zu wenig.

Softwareschlüssel-Karten für Switch 2: Nintendos umstrittener Mittelweg

Genau deshalb setzt Nintendo bei der Switch 2 verstärkt auf Game-Key Cards, zu Deutsch Softwareschlüssel-Karten. Die Karte im Laden sieht aus wie ein normales Modul, enthält aber keine Spieldaten, sondern lediglich einen Lizenzschlüssel. Das komplette Spiel muss anschließend über den Nintendo eShop heruntergeladen werden. Unter Nintendo-Fans sorgt das für viel Ärger, schließlich zahlt man den vollen Preis für eine Hülle mit „leerer“ Karte und muss trotzdem auf einen kompletten Download warten. Ein entscheidender Vorteil bleibt aber: Die Lizenz hängt an der physischen Karte und nicht am Nintendo Account. Wer will, kann seine Softwareschlüssel-Karte also weiterhin ganz normal weiterverkaufen oder verleihen.


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Reiner Switch-2-Download aus dem Nintendo eShop: die wenigsten Rechte

Ganz anders sieht es beim klassischen Downloadkauf von Switch-2-Spielen direkt im Nintendo eShop aus. Hier ist die Lizenz fest an den eigenen Nintendo Account gekoppelt. Weiterverkaufen oder verleihen? Fehlanzeige. Wer sich für diese Variante entscheidet, gibt jegliche Kontrolle über sein gekauftes Spiel komplett aus der Hand.

Und hier kommt der eigentliche Knackpunkt ins Spiel, der für alle digitalen Käufe gilt, egal ob bei Nintendo, Sony, Microsoft oder Steam: Wer ein Spiel digital kauft, erwirbt in aller Regel kein Eigentum, sondern lediglich eine widerrufliche Nutzungslizenz. In den Nutzungsbedingungen findet sich meist ein Satz wie „Die Software wird lizenziert, nicht übertragen“. Klingt nach Kleingedrucktem, hat aber ganz reale Konsequenzen.

Als Nintendo 2023 die eShops für Wii U und Nintendo 3DS abschaltete, verschwanden zahlreiche rein digital erschienene Spiele dauerhaft aus dem regulären Handel. Wer nur eine digitale Lizenz besaß, ging in solchen Fällen komplett leer aus, obwohl er den vollen Preis dafür bezahlt hatte.

Nintendo ist (noch) das kleinere Übel beim Spielekauf für Switch 2

Verglichen mit Sonys kompromisslosem Weg in die reine Digitalwelt steht Nintendo bei der Switch 2 also noch etwas besser da. Mit klassischen Cartridges und Softwareschlüssel-Karten gibt es weiterhin zwei physische Zwischenstufen, die zumindest Wiederverkauf und Verleih ermöglichen. Ein Grund zur Entwarnung ist das trotzdem nicht: Auch bei Nintendo bleibt der reine Downloadkauf die rechtlich schwächste Variante, und die Softwareschlüssel-Karten zeigen schon jetzt, wohin die Reise für die gesamte Branche geht. Augen auf beim Spielekauf bleibt also auch 2026 und darüber hinaus die wichtigste Regel für Gamer.