
Seit Februar herrschte auf der Strecke zwischen Nürnberg und Regensburg Stillstand. Wegen Verspätungen bei der Inbetriebnahme hagelte es noch zuletzt massive Kritik an der Deutschen Bahn. Nun aber können Pendelnde aufatmen: Die Korridorsanierung ist abgeschlossen. Bereits ab Samstag sollen sämtliche Züge zwischen beiden Städten wieder regulär verkehren. Schon seit Wochenbeginn fahren die S-Bahnen zwischen Nürnberg und Neumarkt in der Oberpfalz, am Donnerstag starteten dann die ersten Güterverkehrszüge auf den frisch sanierten Gleisen.
„Nach 25 Wochen Bauarbeiten ohne regulären Bahnbetrieb freut es mich, dass der Verkehr auf dieser auch für den internationalen Schienengüterverkehr bedeutenden Strecke wieder aufgenommen werden kann“, zeigt sich Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, in einer Presseinformation erleichtert. In den vergangenen Monaten schufteten täglich bis zu 2000 Mitarbeitende an der in die Jahre gekommenen Bahnstrecke, der eine Generalsanierung verpasst wurde. Währenddessen mussten Reisende mit Ersatzbussen vorliebnehmen. Im Fern- und Güterverkehr wurden die Züge umgeleitet.
Sanierung günstiger als erwartet
Insgesamt wurden über 100 Kilometer Gleise erneuert bzw. gebaut. Auch an zahlreichen Oberleitungsmasten und Weichen schraubten die Arbeitskräfte. Zudem erhielten 20 Bahnhöfe einen frischen Anstrich. Dazu zählen unter anderem neue Bahnsteige, moderne Fahrgastinformationssysteme, Wetterschutzanlagen, neue Aufzüge, Personenunterführungen, Zugänge und energiesparende Beleuchtung. Nach Angaben der Bahn konnte mehr als die ursprünglich geplante Infrastruktur erneuert werden, was vor dem Hintergrund geschah, dass man während der Bauphase weiteres Sanierungspotenzial ausgemacht hatte.
Die Korridorsanierung wird außerdem günstiger als geplant: Um einen dreistelligen Millionenbetrag sei die Kostenprognose abgesenkt worden, wie das Unternehmen mitteilt. Laut dpa lag die ursprüngliche Schätzung inklusive eines Risikopuffers bei 1,4 Milliarden Euro. „Wir nehmen eine umfassend modernisierte Strecke in Betrieb - und wir tun das mit einer Kostenprognose, die [...] niedriger ausfällt als ursprünglich erwartet“, resümierte DB-InfraGO-Vorstandsvorsitzender Philipp Nagl, der von einer „guten Nachricht“ sprach. Gleichzeitig bedauerte er die verspätete Inbetriebnahme und gelobte Besserung.
Die umfangreiche Restaurierung der Strecke Nürnberg - Regensburg ist die erste von sieben Korridorsanierungen in Bayern. Mit täglich mehr als 350 Zügen ist sie eine der meistbefahrenen Bahnstrecken des Freistaats. Als Teil der Verkehrsachse Rhein-Donau nimmt die Route darüber hinaus eine wichtige Rolle für den grenzüberschreitenden Verkehr in Richtung Österreich ein.