Heiligenstadt - Ein Notruf wegen häuslicher Gewalt hat am Montagvormittag für einen Großeinsatz der Polizei im Landkreis Bamberg gesorgt. Mittlerweile ermittelt die Kriminalpolizei Bamberg.

Alles begann am Montagmorgen in Heiligenstadt: Laut Angaben des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Bamberg tauchte der 49-jährige Mann trotz Kontaktverbot an der Wohnanschrift seiner getrennt lebenden, 36-jährigen Ehefrau auf und verletzte sie dort auf bislang ungeklärte Weise.

Anschließend nahm der Mann die verletzte Frau sowie ein gemeinsames Kind mit ins Auto und flüchtete. Zwei weitere Kinder ließ er in der Wohnung zurück – eines von ihnen wählte den Notruf. Als die alarmierten Streifenwagen eintrafen, war der 49-Jährige samt Ehefrau und Kind bereits weg.

Großfahndung mit SEK und Hubschrauber

Da eine akute Gefahr für die Frau bestand, lief sofort eine groß angelegte Fahndung an. Neben zahlreichen Streifenwagen waren auch ein Polizeihubschrauber und Spezialeinsatzkräfte (SEK) im Einsatz. Im Zuge der Suche durchsuchten Spezialkräfte sogar eine Wohnung im nahen Ebermannstadt, wo Verwandte vermutet wurden – jedoch ohne Erfolg.

Erst am Nachmittag folgte der Durchbruch: Die Polizei entdeckte das gesuchte Fahrzeug auf der A73 und stoppte es schließlich gegen 15:15 Uhr auf der B22 bei Bamberg.

Die schwer verletzte Ehefrau wurde sofort vom Rettungsdienst versorgt und ins Krankenhaus gebracht, wo sie stationär aufgenommen wurde. Die Einsatzkräfte nahmen den 49-Jährigen noch an Ort und Stelle vorläufig fest.

Verdacht auf versuchten Mord: Richter erlässt Haftbefehl

Am Dienstagnachmittag wurde der Festgenommene auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ umgehend Haftbefehl. Gegen den Mann wird nun wegen des dringenden Verdachts auf versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung ermittelt.

Die drei Kinder der Familie blieben glücklicherweise körperlich unverletzt. Sie wurden umgehend vom Jugendamt in Obhut genommen. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Bamberg führen die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen fort.

Dieser Artikel wurde am 28. Juli 2026 gegen 16.37 Uhr aktualisiert.


Hinweis der Redaktion

Gewalt an Frauen geschieht meist im Verborgenen und hat viele Gesichter. Psychische, physische oder sexuelle Gewalt kann jede Frau betreffen. Stalking, Schläge oder Missbrauch sind oft nur ein Teil davon. Wenn auch Sie das Gefühl haben betroffen zu sein, können Sie die kostenlose Nummer des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ wählen. Unter der 08000/116016 haben Sie die Möglichkeit, rund um die Uhr anonym und vertraulich Kontakt zu Beraterinnen aufzunehmen. Die Beratung kann auch über einen Online-Chat oder per E-Mail erfolgen. Das Frauenhaus in Nürnberg erreichen Sie ebenfalls 24 Stunden am Tag unter der 0911/333915, das Frauenhaus in Fürth rund um die Uhr unter 0911/729008. Von Gewalt betroffene Männer können sich beim „Hilfetelefon Gewalt an Männern“ unter der 0800/1239900 ebenfalls Unterstützung suchen.


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