Nürnberg - In „All You Can Eat“-Lokalen ist der Name scheinbar Programm. Das Konzept erlaubt Gästen so viel zu essen, wie sie wollen - vermeintlich unbegrenzter Genuss zum kleinen Preis. Doch dahinter steckt eine clevere Strategie.

Scheinbar unbegrenzter Genuss für einen vergleichsweise geringen Preis: Das ist das Prinzip von „All You Can Eat“-Restaurants. Doch wer glaubt, hier ein gutes Geschäft zu machen, täuscht sich in vielen Fällen. Denn Lokale mit diesem Konzept setzten teils gezielte psychologische Tricks ein, damit Gäste weniger essen, als sie könnten - ohne, dass diese es überhaupt merken. Gegenüber Business Insider erklärt die amerikanische Gastronomie-Expertin Bonnie Riggs, welche Strategien die Restaurants anwenden, um Kosten zu sparen.

Ein etablierter und einfacher Trick der Betreiber ist es, Riggs zufolge, etwa kleinere Teller als üblich zur Verfügung zu stellen. Das soll verhindern, dass sich Gäste mehr nehmen, als sie essen können, und begrenzt automatisch, wie viel Essen pro Gang aufgeladen werden kann. Verbraucherinnen und Verbraucher glauben so, dass sie sich eine großzügige Portion aufgeladen haben, obwohl tatsächlich weniger auf dem Teller liegt. Dadurch wird das Auge ausgetrickst und das Sättigungsgefühl setzt womöglich früher ein.

Damit nicht genug: Oft gibt es in „All You Can Eat“-Restaurants zudem größere Becher für Softdrinks, wie Riggs im Gespräch mit Business Insider erzählt. Wenn sich Leute nach Herzenslust weiter einschenken könnten, hielte es sie davon ab, die Teller hoch aufzutürmen. Denn: Wer mehr trinkt, fühlt sich schneller satt. Restaurants sparen so also Geld.

Anordnung ist kein Zufall: So tricksen „All You Can Eat“-Restaurants

Am auffälligsten allerdings ist wohl die Anordnung der Speisen: Ganz vorne am Buffet stehen meist vergleichsweise günstige und sättigende sowie kohlenhydratreiche Beilagen wie Reis, Nudeln, Brot oder Kartoffeln. Diese dominieren die Auslage. Erst danach folgen laut Riggs teurere Speisen wie Fleisch oder Fisch, die zudem oft in kleineren Portionen präsentiert werden. Dort angekommen ist auf den Tellern der Gäste dann oft nur noch wenig Platz, weshalb die Portion des Hauptgangs kleiner ausfällt, so die Logik.

Und auch die Platzierung der Speisen ist Medienberichten zufolge kein Zufall: Teure Hauptgerichte sind häufig zwischen mehreren günstigen Beilagen arrangiert, wie etwa Utopia.de berichtet. Wer kennt das Bild nicht: Melonenscheiben, Trauben und Ananasstückchen liegen um einen Schokokuchen drapiert. Das führt dazu, dass Kundinnen und Kunden auch mehr zu den preiswerteren Alternativen greifen. Gleichzeitig wirken kleine Mengen der teuren Speisen weniger einladend für einen Nachschlag. Stets gefüllte Schüsseln führen hingegen dazu, dass Gäste sich auch ein weiteres Mal bedienen.