Peschici - Dramatische Szenen an Italiens Adriaküste: Weil ein Waldbrand sämtliche Straßen abschnitt, mussten Hunderte Urlauber mit Schiffen in Sicherheit gebracht werden. Der Einsatz dauert an.

An der italienischen Adriaküste breiteten sich die Flammen eines Waldbrandes so schnell aus, dass sämtliche Straßen unpassierbar wurden. Für viele Menschen blieb nur noch das Meer als Fluchtweg.

Mehr als 400 Touristen und Strandbesucher wurden am Sonntag aus dem Küstengebiet rund um die Stadt Peschici in der süditalienischen Region Apulien mit Schiffen in Sicherheit gebracht, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag berichtete. Nach Angaben der italienischen Küstenwache war die Evakuierung „über den Seeweg“ die „einzig machbare Evakuierungsroute“.

An der groß angelegten Rettungsaktion beteiligten sich sechs Schiffe der Küstenwache, drei Boote der italienischen Finanzpolizei sowie rund zehn private Boote, so die Küstenwache weiter. Nach Angaben eines Sprechers könnten noch etwa 300 weitere Menschen aus dem betroffenen Gebiet gebracht werden müssen. Der Einsatz dauerte zunächst an.

Auf Bildern waren Feuerwehrkräfte und Löschflugzeuge zu sehen, die gegen die Flammen kämpften. Die Brände hatten sich so stark ausgebreitet, dass Straßen zeitweise nicht mehr passierbar waren. Für die Bewohner der Stadt Peschici bestand zunächst jedoch keine unmittelbare Gefahr. Wie die dpa unter Berufung auf örtliche Medien berichtet, erklärte Bürgermeister Luigi D’Arenzo, die Lage sei „unter Kontrolle“.

Spanien und Frankreich kämpfen gegen Großbrände - „David-gegen-Goliath-Szenario“

Die Brände in Italien sind Teil einer angespannten Lage in Südeuropa. Auch Frankreich und Spanien kämpfen derzeit gegen zahlreiche Großbrände. Allein dort mussten nach Behördenangaben bereits mehr als 300.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Das Auswärtige Amt hat dazu bereits Sicherheitshinweise für Urlauberinnen und Urlauber herausgegeben.

Besonders dramatisch beschreibt Frankreichs Feuerwehrverband die Situation. Sprecher Eric Brocardi sprach von einem „David-gegen-Goliath-Szenario“ angesichts der Ausmaße der Feuer, wie die AFP vermeldet. Spaniens Katastrophenschutzchefin Virginia Barcones bezeichnete die Brände als „Monster“. Nach Angaben der spanischen Regierung sind allein rund 77.000 Hektar Land von den Feuern betroffen.

Experten warnen, dass anhaltende Hitze, Trockenheit und starker Wind die Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Mittelmeerraums weiterhin hoch halten.