
Nach dem mutmaßlichen Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin reagiert die queere Community in Nürnberg und der Region mit Trauer und Solidarität. Als Reaktion auf die Ereignisse vom Samstagabend findet am heutigen Sonntag, um 16.30 Uhr am Magnus-Hirschfeld-Platz am Sterntor, eine spontane Mahnwache statt. Dort soll der Opfer gedacht und ein Zeichen gegen Hass und Gewalt gesetzt werden.
„Lasst uns gemeinsam solidarisch für Berlin zusammenkommen, trauern, mitfühlen, aber auch um für einander da zu sein“, heißt es in einem Aufruf des CSD Nürnberg auf Instagram.
Auch das queere Zentrum in Erlangen öffnet am Sonntagnachmittag ab 16 Uhr seine Türen, um „die Trauer gemeinsam zu verarbeiten“.
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„Furchtbare Tat“: Politik und queere Community zeigen sich erschüttert
Zahlreiche Politiker sowie CSD-Veranstalter und Vertreter der queeren Community äußerten sich nach dem mutmaßlichen Anschlag erschüttert. Nürnbergs dritter Bürgermeister Nasser Ahmed ist „in Gedanken bei den Opfern und Angehörigen in Berlin“.
Bestürzt zeigte sich auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. „Der feige Anschlag auf den CSD in Berlin ist eine furchtbare Tat“, schrieb der CSU-Chef auf X. Er sei fassungslos, dass friedlich feiernde Menschen angegriffen, verletzt und sogar getötet wurden. Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. „Wir werden uns dem Terror nicht beugen“, erklärte Söder.
Auch der CSD Bamberg reagierte mit Trauer auf die Ereignisse. „Wir sind erschüttert nach den Ereignissen der vergangenen Nacht. Wir sind heute in Trauer und stehen unter Schock. Aber wir sind nicht allein. Wir stehen diesen schweren Tag zusammen durch. Passt gut aufeinander auf“, schrieben die Veranstalter auf Instagram.
CSD in Bayern findet wie geplant statt
Trotz der Ereignisse findet der CSD im oberbayerischen Mühldorf am Sonntag wie geplant statt. Der Angriff in Berlin zeige, warum Christopher Street Days weiterhin notwendig seien, erklärten die Veranstalter. Man werde sich weder einschüchtern noch verdrängen lassen. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen seien nicht vorgesehen, da bereits ein umfangreiches Sicherheitskonzept bestehe. In einem Instagram-Statement sprachen die Organisatoren den Verletzten sowie den Angehörigen der Todesopfer ihr „tiefes Mitgefühl“ aus. Zugleich kündigten sie an, alles dafür zu tun, dass der CSD in Mühldorf sicher und sichtbar stattfinden könne.
Bei dem Angriff am Rande des Christopher Street Days in Berlin war am Samstagabend eine Frau getötet worden. Weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwebten am Sonntagmorgen noch in Lebensgefahr. Derzeit fahndet die Polizei nach dem mutmaßlichen Tatverdächtigen.