
Fette Reifen haben mich schon immer fasziniert. Und gleichzeitig skeptisch gemacht. Sind Fat-Tire-E-Bikes im Alltag wirklich tauglich – oder eher Blickfang für die Flaniermeile? Als mir iScooter das M60 zum Test angeboten hat, wollte ich das selbst herausfinden. Mehrere Wochen, gemischtes Terrain, Asphalt und Schotter. Hier ist, was ich erlebt habe.
Erster Eindruck: Wuchtig, aber durchdacht
Das M60 macht schon beim Auspacken klar, was es ist: ein Fahrrad, das Aufmerksamkeit bekommt. Der Rahmen ist massiv, die Reifen dominieren das Gesamtbild. Neben meinem Test-Modell in Tintenschwarz gibt es das E-Bike im iScooter-Shop noch in Stahlblau.
Gemeinsam mit meinem Bruder gelang die Montage mit dem beiliegenden Werkzeug problemlos. Auf der iScooter-Seite gibt es ein Montage-Video, in dem eine Person das Fahrrad montiert. Ich empfehle für die Endmontage dennoch eine zweite Person, da sich das Vorderrad dann deutlich einfacher anbringen lässt als alleine. Sogar eine Luftpumpe liegt in der M60-Schachtel. Wer also direkt losfahren will, muss nichts extra besorgen.
750 Watt Spitze: Was der Motor im Alltag bedeutet
250 Watt leistet der Heckmotor im Dauerbetrieb, im Spitzenbetrieb 750 Watt. Letzteres merkt man vor allem an Steigungen. Hier zieht das M60 trotz seines Gewicht von fast 35 kg souverän durch – viele günstige E-Bikes geraten hier viel schneller ins Stocken. In fünf Stufen lässt sich die Motorunterstützung regulieren, was im Alltag wichtig ist: Wer Akku sparen will, fährt auf niedriger Stufe, wer schnell vorankommen will, dreht auf.
Auf einer geraden Strecke reicht Stufe 1 in aller Regel vollkommen, vor Steigungen habe ich beim Testen auf 3 oder 4 geschaltet. Stufe 5 ist für besonders steile Anstiege oder wenn man nahezu ohne Pedalunterstützung fahren möchte, was natürlich zulasten der Reichweite geht.
48V/13Ah: Wie weit kommt man wirklich?
Als ich den Akku zum ersten Mal daheim geladen habe, war ich überrascht über die Größe und das stolze Gewicht. Mit 13Ah ist die Kapazität aber deutlich üppiger, als ich das in dieser Preisklasse erwarten würde. Eine Reichweite von 72 bis 105 km verspricht der Hersteller, abhängig von der Pedalunterstützung und der gewählten Motorstufe.
Die Realität liegt nach mehrwöchigem Test – wie bei jedem E-Bike – irgendwo dazwischen. Wer viel Motorunterstützung nutzt, schweres Gepäck dabei hat oder anspruchsvolles Gelände fährt, landet eher am unteren Ende. Beim Pendeln mit kürzeren Strecken hält der Akku aber problemlos mehrere Tage. Muss er dann doch mal an das Ladegerät, ist er nach fünf bis sechs Stunden wieder voll.
Fat Tires im Praxistest: Geländegängiger als ein City-Bike
Die 26“-Reifen sind das auffälligste Merkmal des M60 – und im Test halten sie, was sie versprechen. Auf Schotter, losem Untergrund und nassen Wegen gibt das Fahrrad deutlich mehr Sicherheit als ein Stadtrad mit schalen Reifen. Ein reinrassiges Mountainbike ersetzt das M60 damit aber nicht. Wer aber nach der Arbeit auch mal einen Waldweg abkürzen will, ist damit besser bedient als mit einem City-Bike. Deshalb positioniert es iScooter als Trekking-Fahrrad und diese Einordnung kann ich unterschreiben.
Eingewöhnungssache: der Anlaufwiderstand
Wer bisher schmale Reifen gewohnt ist, merkt beim ersten Losfahren den Unterschied: Die breiten Reifen des M60 brauchen etwas mehr Kraft beim Antreten. Sobald der Motor nach wenigen Metern einsetzt, ist das kein Thema mehr. Man gewöhnt sich schnell daran, nach wenigen Fahrten macht man sich darüber keine Gedanken mehr. Wer aber noch nie ein Fat-Tire-Bike gefahren ist, sollte das im Hinterkopf behalten.
Shimano 7-Gang: ein Qualitätssignal, das zählt
Shimano ist der weltweit führende Hersteller von Fahrradkomponenten. Die 7-Gang-Kettenschaltung des M60 findet sich auch an deutlich teureren Bikes. Im Test schaltet sie präzise und ohne Aussetzer. In Kombination mit dem starken Motor eignet sich das M60 damit nicht nur für flaches Gelände, es funktioniert wie schon erwähnt auch als vollwertiges Trekking-E-Bike. Anfangs habe ich noch einiges an Gängen und Motorstufen herumgespielt, doch nach einiger Zeit fand ich die passende Stufe quasi intuitiv.
Doppelte Federung: Federgabel und Dämpfsattel
Vorne arbeitet eine Federgabel, hinten federt der Sattel selbst. Das Ergebnis im Test: Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher oder Baumwurzeln im Wald sind spürbar, aber nicht unangenehm. Wer regelmäßig auf holprigem Untergrund unterwegs ist, wird die doppelte Dämpfung zu schätzen wissen. Im Vergleich zu einem Mountainbike fühlt sich das M60 weniger sportlich an, dafür ist es im Alltag komfortabler.
Sitzposition und Komfort
Die Sitzposition ist aufrecht und entspannt – gut für längere Touren. Zwar ist der Sattel breit und auf den ersten Blick bequem. Im längeren Fahrbetrieb zeigt sich aber eine Schwäche: Die Sattel-Oberfläche ist rutschig. Ich bin beim Fahren regelmäßig nach vorne gerutscht und musste aktiv gegensteuern. Wer viel fährt, sollte über einen Austausch nachdenken – Ersatzsättel gibt es ab rund 20 Euro. Was mir gut gefällt ist der Tiefeneinstieg. Vor allem, wenn man wie ich mit 171 cm eher kleingewachsen ist, fällt das Auf- und Absitzen doch merklich leichter.
Licht, Bremsen, Horn: das Sicherheitspaket
Prima: Dual-Scheibenbremsen mit Motorunterbrechung sorgen dafür, dass beim Bremsen der Motor automatisch abschaltet. Praktisch auch, dass sich das Frontlicht mit 220 Lumen bequem per großer Taste am Lenker einschalten lässt – kein Suchen, kein Umweg über das Display. Ein Rücklicht ist ebenfalls an Bord, das muss man aber umständlich direkt an der Leuchte per Knopfdruck aktivieren.
Ungewöhnlich ist das 100-Dezibel-Horn. Da die Hupe viel lauter ist als eine herkömmliche Fahrradklingel, habe ich versucht sie möglichst nicht unmittelbar hinter Fußgängern zu nutzen, um Personen nicht zu erschrecken. Alles in allem verfügt das E-Bike über ein in dieser Preisklasse überraschend vollständiges Sicherheitspaket.
Schutzbleche, Gepäckträger: alles dabei
Vorder- und Heckschutzblech sowie ein Gepäckträger sind serienmäßig verbaut. Damit lässt sich sofort eine Gepäckträgertasche anbringen, ohne dass man erst noch etwas nachkaufen muss. Während hinten alles komplett vormontiert ist, muss man das vordere Schutzblech selbst anbringen. Dies ist aber kein Hexenwerk, zumal es im Montagevideo Schritt für Schritt gezeigt wird.
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Fast 35 Kilogramm: das muss man wissen
Inklusive des großen Akkus wiegt das iScooter M60 stolze 34,45 kg. Wer das Fahrrad regelmäßig Treppen hochtragen oder auf einen Träger heben muss, sollte das einplanen. Als reines Pendelrad mit ebenem Stellplatz ist das Gewicht kein Problem. Für spontane Ausflüge mit viel Trageaufwand schon eher. Wer wie ich über einen ebenerdigen Fahrradkeller verfügt, hat aber kein Problem mit dem Gewicht, sondern freut sich eher über den robusten Rahmen und den ausdauernden Akku.
Pedale: Standard, aber ausbaufähig
Die mitgelieferten Pedale sind nicht mehr als solide. Bei einem E-Bike in dieser Preisklasse ist das normal, dass hieran gespart wird. Wer viel fährt oder mehr Grip möchte, sollte auf bessere Pedale aufrüsten.
5 von 5 Sternen nach 75 Bewertungen
75 Bewertungen sind für ein E-Bike nachvollziehbar, das noch nicht lange auf dem Markt ist. Ein Rating von 5 Sternen ist dagegen ein starkes Signal, auch wenn das nach Hunderten Bewertungen noch aussagekräftiger wäre. Dennoch: Wer das Bike kauft, scheint es nicht zu bereuen. Während die UVP bei 1299 Euro liegt, profitiert man von derzeit von fast 500 Euro Rabatt und zahlt mit Rabatt-Code ND8% nur 807,76 Euro für das M60 . Als Lieferzeit gibt iScooter ein bis drei Werktage an.
Nur 807,76 Euro mit Code „ND8%“
Mein Test-Fazit
Nach mehrwöchigem Test ist das iScooter M60 für mich trotz des vergleichsweise günstigen Preises kein Kompromiss-Bike. Es ist ein vollwertiges Trekking-E-Bike mit starkem Motor, bewährter Shimano-Schaltung und einer Ausstattung, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht. Die Fat Tires halten im Alltag, was sie versprechen – mehr Grip, mehr Gelände, mehr Sicherheit. Schutzbleche, Gepäckträger und Beleuchtung sind dabei, Werkzeug und Luftpumpe ebenfalls.
Was bleibt: Der Sattel ist rutschig und gehört bei intensiver Nutzung ausgetauscht. Und mit einem Gewicht von 34 kg ist das M60 kein Fahrrad zum Treppensteigen. Überdies sind die Pedale bestenfalls solide.
Während die UVP des M60 bei 1299 Euro liegt, bekommt man mit Code „ND8%“ für 807,76 Euro im iScooter-Shop ein E-Bike, das deutlich mehr leistet, als der Preis vermuten lässt.
Meine Wertung: 4,5 von 5 Sternen.
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