
Die internationale Vereinigung der Radprofis (CPA) hat nach den nächtlichen Dopingkontrollen der Tour-Sieger Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard eine Reform der Testpraxis gefordert. Kontrollen mitten in der Nacht stellten die Sinnhaftigkeit des derzeitigen Vorgehens infrage, schrieb die Fahrervertretung in einer Mitteilung.
Zwar unterstützten die Profis ausdrücklich den Kampf gegen Doping und wollten einen sauberen Sport. Die derzeitige Praxis beeinträchtige jedoch Erholung, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Athleten. Ausreichende Regenerationszeiten seien ein grundlegender Bestandteil sowohl der sportlichen Leistung als auch der Sicherheit der Fahrer, hieß es weiter.
Die Fahrervereinigung betonte, den Kampf gegen Doping nicht infrage zu stellen. Ziel sei vielmehr ein wirksameres und zugleich intelligenteres Kontrollsystem, das die Grundrechte der Athleten sowie deren Gesundheit und Erholung stärker berücksichtige.
Mitfavorit Vingegaard nachts um 2.00 Uhr zur Kontrolle
Mitfavorit Vingegaard war am Sonntag bei der 15. Etappe der Tour de France gestürzt und musste wegen eines Schlüsselbeinbruches aufgeben. Der zweimalige Tour-Champion aus Dänemark war zuvor um 2.00 Uhr in der Nacht von den Kontrolleuren aus dem Bett geholt worden. Der viermalige Champion Pogacar, der mit klarem Vorsprung seinem fünften Toursieg entgegen fährt, war um 5.00 Uhr dran.
Dopingkontrollen finden in der Regel zwischen 6.00 Uhr und 23.00 Uhr statt. Nächtliche Dopingkontrollen sind seit 2016 zwar auch möglich, unterliegen aber strengeren Richtlinien, beispielsweise wenn konkrete Verdachtsmomente vorliegen. Die französische Sportzeitung „L’Equipe“ berichtete, ihren Informationen zufolge habe ein Richter aus Paris die nächtlichen Kontrollen von Pogacar und Vingegaard vorab genehmigt.
