
Es ist wohl die nächste Eskalationsstufe beim krisengebeutelten Konzern: Die geobra Brandstätter Stiftung & GmbH, in deren Firmenkonstrukt unter Anderem die Spielzeugmarke Playmobil eingegliedert ist, hat ihrem Betriebsratsvorsitzenden nach Informationen der Fränkischen Landeszeitung (FLZ) und einem anonymen Hinweis, der die Redaktion nordbayern erreicht hat, außerordentlich gekündigt. Die Entscheidung sei Mitarbeitenden in einem Schreiben mitgeteilt worden.
In dem Textstück bezeichne der Playmobil-Hersteller „schwerwiegende Pflichtverletzungen“ als Grund für die Kündigung, wobei die Art der Vorwürfe unklar bleibt. Die Entscheidung sei nach sorgfältiger Prüfung der Sach- und Rechtslage sowie nach erforderlicher Zustimmung des Betriebsratsgremiums getroffen worden. Sie richte sich weder gegen die Betriebsratsarbeit noch gegen betriebliche Mitbestimmung.
Auf schriftliche Anfrage unserer Redaktion kommentierte die geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG lediglich: „Zu internen Personalangelegenheiten äußern wir uns grundsätzlich nicht öffentlich. Dies gilt auch für mögliche arbeitsrechtliche Maßnahmen gegenüber einzelnen Beschäftigten. Daher bitten wir um Verständnis, dass wir zu den genannten Fragen keine weiteren Angaben machen können.“
Es ist das nächste Kapitel einer schwierigen Phase für den Spielzeuggiganten aus Zirndorf. Erst zum 30. Juni wurde der bisherige Hauptproduktionsstandort in Dietenhofen (Landkreis Ansbach) geschlossen. Damit verloren rund 350 Beschäftige ihren Job.
Fraglich ist nun, wie es weitergehen soll. Der geobra-Unternehmenssprecher versicherte jedenfalls: „Die Arbeitnehmerinteressenvertretung ist weiterhin sichergestellt.“ Die Arbeit des Betriebsrats werde durch die verbleibenden Mitglieder des Gremiums bis zur Neuwahl am Standort Zirndorf fortgeführt. Für die Beschäftigten würden sich laut dem Sprecher hierdurch keine Einschränkungen hinsichtlich der Wahrnehmung ihrer Interessen ergeben.