
Schon ab 2027 plant der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg eine große Reform seiner Tarife. Das Angebot soll dadurch deutlich verschlankt werden und schrittweise in Richtung eines digitalen, weitgehend bargeldlosen Vertriebs gehen. Geschäftsführer Torsten Heider erklärt in einer Pressemitteilung, aus welchen „drei Säulen“ sich das zukünftige Sortiment zusammensetzt. Neben dem Deutschlandticket und dem eTarif egon, der eine Abrechnung nach Kilometern vorsieht, soll demzufolge nur ein „überschaubares Angebot an nachfragestarken Tickets“ fester Bestandteil bleiben.
Das soll sich ändern
Wegfallen sollen hingegen mehrere klassische Angebote des VGN. Dazu zählen das bisherige FirmenAbo, die Monatskarte Solo 31, das JahresAbo Plus und die MobiCards. Auch Vierertickets und Streifenkarten sollen im sogenannten Gelegenheitsverkehr, bei dem es anders als im Linienverkehr keinen festen Fahrplan gibt, bald nicht mehr verkauft werden. Einzelfahrkarten und TagesTickets bleiben dagegen erhalten.
Im Zeitkartenbereich sollen das JahresAbo und das 9-Uhr-JahresAbo weiterhin angeboten werden, allerdings nur noch in den Stadtpreisstufen A bis F sowie in der Region in den Preisstufen 1 und 2.
Neu eingeführt werden soll 2027 eine Zusatzkarte zum Deutschlandticket und zu den verbleibenden JahresAbos. Diese soll es ermöglichen, weitere Personen und Fahrräder mitzunehmen - werktags ab 18 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen ganztägig. Die Karte ist personengebunden und soll 13 Euro pro Monat kosten.
Veränderungen durch Pandemie und Deutschlandticket
Als Gründe für die Reform nennt der VGN die Veränderungen in der Mobilität, die seit Beginn der Corona-Pandemie zu beobachten seien. Daneben spielt auch der Erfolg des Deutschlandtickets, das durch seinen vergleichsweise günstigen Preis andere Angebote verdrängt hat, eine große Rolle. So ist der Absatz bei den VGN-Abos seit 2019 um ganze 86 Prozent eingebrochen, bei den MobiCards und der Monatskarte Solo 31 ist der Rückgang ähnlich. Auch Vierertickets, Streifenkarten und TagesTickets werden inzwischen deutlich seltener verkauft.
„Ein Wachstum bei den Ticketverkäufen hatten wir im vergangenen Geschäftsjahr fast nur beim Deutschlandticket, unseren HandyTickets und beim eTarif egon“, gibt Heider Einblick. „Einen spürbaren Zuwachs gibt es noch bei den KombiTickets, die immer häufiger digital erworben werden. Diese Entwicklung bestätigt uns bei der zeitgemäßen Neuordnung unseres Tarifsystems.“
Langfristig nämlich will der VGN bis 2030 zu einem durchgehend digitalen Ticketsortiment übergehen - inklusive einem grundsätzlich bargeldlosen Vertrieb. Schon heute würden demnach 87 Prozent der Fahrten außerhalb des Schülerverkehrs mit einem digitalen Ticket oder egon durchgeführt. Fahrgästen, die im Umgang mit Smartphones oder Tablets weniger versiert sind, möchte der VGN zudem Unterstützung anbieten. „Den technologischen Wandel können und wollen wir nicht aufhalten“, lässt sich Geschäftsführer Heider zitieren.
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