Nürnberg - Maxim Biller stellt in „Schwarze Samstage“ eine der unbequemsten Fragen unserer Zeit. Ein Roman, der unter die Haut geht und den man so schnell nicht vergisst. Aber wann erscheint das neue Buch?

Maxim Biller emigrierte als Zehnjähriger aus dem kommunistischen Prag nach Deutschland und wurde hier zu einer der schärfsten Stimmen der Literaturszene. Seine Bücher erscheinen in neunzehn Sprachen, Kritiker verglichen ihn früh mit Heinrich Böll und Philip Roth.

An Maxim Biller und „Schwarze Samstage“ geht im Herbst 2026 kein Weg vorbei

Einen Autor wie Maxim Biller kann man mögen oder nicht, aber ignorieren lässt er sich kaum. 2024 wurde er mit dem Nicolas-Born-Preis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet, die Jury nannte ihn einen der bekanntesten deutschen Autoren seiner Generation. Dass er sich in seinem neuen Roman dem 7. Oktober 2023 und dem ewigen Antisemitismus widmet, macht „Schwarze Samstage“ zu einem der politisch brisantesten Bücher des Herbstes. Kaum ein anderer Autor der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur wäre besser geeignet, dieses Thema mit literarischer Wucht anzugehen.

„Schwarze Samstage“: Worum geht es in Maxim Billers neuem Roman?

Im Mittelpunkt steht Ari, der als Kind mit seiner jüdischen Familie aus der Tschechoslowakei flieht, wo sein Vater als Zionist vom Geheimdienst verfolgt wurde. Die neue Heimat ist das Hamburger Grindelviertel, einst Zentrum jüdischen Lebens, nun bevölkert von Studenten der Nach-68er-Generation, die in Cafés über das Ende Israels diskutieren. Als Ari 1982 zum Studieren nach München zieht, scheint der Judenhass endlich der Vergangenheit anzugehören.

Dann kommt der Herbst 2023. Der Terrorangriff der Hamas auf Israel trifft Ari wie ein Schlag und wirft eine Frage auf, die ihn nicht mehr loslässt: Warum ist der Wunsch, die Juden zu vernichten, nie wirklich verschwunden? „Schwarze Samstage“ ist zugleich Familiengeschichte, Zeitpanorama und politisches Dokument, und lässt sich als Vorgeschichte zu Billers Memoir „Der gebrauchte Jude“ lesen.

„Schwarze Samstage“

von Maxim Biller

  • erscheint am 3. September 2026
  • 304 Seiten
  • Kiepenheuer & Witsch
  • ISBN: 978-3-462-01211-8
  • 24 Euro

Maxim Biller: Zwischen Bewunderung und Ablehnung

Maxim Biller ist in der Literaturszene eine Figur, die man kaum ignorieren kann. Gut kommt er bei jenen an, die klare Haltung und literarische Schärfe schätzen. Weniger gut bei denen, die seinen Ton als rücksichtslos empfinden. Sein Roman „Esra“ wurde 2003 gerichtlich verboten, weil eine ehemalige Lebensgefährtin und deren Mutter erfolgreich auf Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte klagten. Das Urteil wurde 2007 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt.

Als Teilnehmer des Literarischen Quartetts im ZDF galt er als polarisierende und viel beachtete Stimme, auch wenn er das Format nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder verließ. Seit dem 7. Oktober 2023 meldet er sich mit wachsender Vehemenz zu Antisemitismus und Israel zu Wort.

Im Juni 2025 veröffentlichte er beispielsweise in der Zeit die Kolumne „Morbus Israel“, in der er den Umgang der deutschen Öffentlichkeit mit Israel scharf kritisierte. Der Text wurde anschließend online depubliziert und löste eine breite Debatte aus.

Wer Biller liest, bekommt keine leichte Kost. Aber er bekommt Literatur, die etwas zu sagen hat.