Nürnberg - Ausnahmezustand in Nürnberg: Weil 3000 Quadratmeter Wald in Brand geraten sind kam es am Freitagabend zu einem Großeinsatz im Süden der Stadt. 380 Retter waren vor Ort. Die Brandursache ist noch unklar.

Straßen wurden gesperrt und abgeriegelt, Buslinien fielen aus, ein Festival wurde komplett abgebrochen – in Nürnberg herrschte am Freitagabend (10. Juli 2026) der absolute Ausnahmezustand. Im Süden der Stadt war ein riesiger Waldbrand ausgebrochen. Gegen 21.45 Uhr war das Feuer nahe dem Max-Morlock-Stadion gemeldet worden. Nach Angaben der Polizei brach der Brand in einer seit Jahren leerstehenden Westernstadt in einem Waldgebiet zwischen der Großen Straße und der Beuthener Straße aus.

Wohl mehr als 3000 Quadratmeter Holz standen nahe dem Messegelände am Ende in Flammen. Personen von vor Ort berichten von einer immensen Hitze, die das Feuer in der Luft entfacht habe. Immer wieder seien Explosionen und Knallgeräusche zu hören gewesen. Weitere Augenzeugen sprachen gegenüber nordbayern.de von einem regelrechten Flammeninferno, das sich zwischenzeitlich seinen Weg durch das Gebiet gefressen hatte.

Zweieinhalb intensive Stunden

Neben sämtlichen Feuerwehren aus Nürnberg wurde zusätzlich der gesamte Landkreis Fürth zur Unterstützung nachalarmiert. Auch die Flughafenfeuerwehr sowie der Katastrophenschutz Bayern unterstützten den Großeinsatz. Die Große Straße wurde durch die Polizei komplett gesperrt, damit Feuerwehrfahrzeuge zum Einsatzort gelangen konnten. Anschließend wurde auch die Karl-Schönleben-Straße für die Einsatzkräfte abgeriegelt.

Nach zweieinhalb intensiven Stunden war das Feuer kurz vor Mitternacht eingedämmt: „Da brennt nichts mehr. Der richtige Brand ist schon gelöscht“, sagte Polizeisprecher Michael Petzold gegen 1 Uhr nachts gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Im Einsatz befanden sich etwa 380 Kräfte der Feuerwehr. Auch die Nürnberger Hilfsorganisationen waren zusätzlich mit 60 Kräften und 25 Fahrzeugen vor Ort.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König sprach in der Nacht von einer „ernsten Lage“. Zugleich zeigte er sich vorsichtig optimistisch: „Wir haben die Lage gebannt. Das Feuer ist eingedämmt, aber es wird natürlich noch Stunden dauern, bis die letzten Glutherde gelöscht sind.“

Feuerwehr auch am Samstag vor Ort - zwei Verletzte

Der Einsatz werde sich wohl noch in das Wochenende hineinziehen, weil der Waldboden mit seinen zahlreichen Glutnestern nun umgewälzt und einzeln abgelöscht werden müsse. Dafür rollten zur Unterstützung noch in der Nacht auf Samstag (11. Juli 2026) Bagger und Radlader an.

Am Morgen war das Technische Hilfswerk mit einem Bagger und Räumfahrzeugen auf dem Areal unterwegs und türmte einen Schutthaufen auf, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur beobachtete. Es roch verbrannt, offene Flammen waren aber nicht mehr zu sehen.

Mehrere Feuerwehrwagen waren am Morgen noch vor Ort. Größere Löscharbeiten gab es aber nicht mehr, allerdings wurden noch Glutnester bekämpft. Wie der Einsatzleiter der Feuerwehr, Peter Saul, erklärte, werden Feuerwehrkräfte noch den ganzen Tag vor Ort sein.

Das betroffene Gebiet entspricht mit rund 3000 Quadratmetern etwa der Größe von vier kleinen Fußballfeldern. Die Brandursache ist nach wie vor unklar und Gegenstand der Ermittlungen. Zwei Feuerwehrleute wurden laut Informationen des Polizeipressesprechers leicht verletzt.

BRK auch vor Ort

Das Bayerische Rote Kreuz betreute insgesamt 25 Menschen, die vorsorglich von einem angrenzenden Campingplatz evakuiert worden waren. Der Campingplatz wurde noch in der Nacht wieder freigegeben und die zwischenzeitlich evakuierten Menschen konnten auf ihre Stellplätze zurückkehren, wie das BRK vermeldet. Im Stadionpark fand am Abend ein Konzert der britischen Rockband Marillion unter freiem Himmel statt. Während der Zugabe sei die Veranstaltung wegen des starken Rauchs abgebrochen worden, die Feiernden sollten nach Hause gehen. Wie viele Menschen das betraf, war zunächst unklar. Eine unmittelbare Gefahr für die Besucherinnen und Besucher habe laut Informationen der Polizei aber nicht bestanden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnte vor starkem Rauch und Brandgeruch im Nürnberger Süden.

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Feuer in der Westernstadt

Aus bislang ungeklärter Ursache war eine seit Jahren leerstehende Westernstadt in Brand geraten. Die Flammen griffen anschließend auf umliegende Bäume über. Warum das Feuer ausbrach, ist weiterhin unklar und Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Wie Polizeisprecher Michael Petzold erklärte, hat die Nürnberger Kriminalpolizei bereits die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine größere Gefahr, hieß es seitens der Polizei auf Nachfrage der Redaktion bereits in einer ersten Stellungnahme.

Die Nürnberger Kriminalpolizei bittet nun auch um Zeugenhinweise. Wer zwischen 20 und 22 Uhr im Bereich der leerstehenden Westernstadt verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich unter der Telefonnummer 0911/2112-3333 bei der Polizei melden.

Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert, zuletzt am Samstag gegen 10.05 Uhr.


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